Immer wieder stellen sich Fachleute die Frage bei Bluthochdruck: Helfen Atemübungen? Dies ist wichtig, denn Bluthochdruck ist zu einem wichtigen Risikofaktor für kardiale Komplikationen geworden. Sie führen zu einer höheren Krankheitsrate (Morbidität) und Sterblichkeit (Mortalität).
Es wurde eine systematische Überprüfung und Meta-Analyse der randomisierten klinischen Studien, sogenannte RCTs, zu Atemübungen auf den Blutdruck durchgeführt. Die Datenbanken PubMed, ScienceDirect, WebofScience und Cochrane Library wurden von Januar 2017 bis September 2022 nach RCTs durchsucht. Es wurde nach folgenden Suchbegriffen gefahndet: Atemübungen, Pranayam, Bhramari, Wechselatmung, tiefe Atmung, langsame Atmung, Hypertonie und Bluthochdruck. Gezielt wurden nach Ergebnissen geschaut, in denen der Wert
des systolischen Blutdrucks (SBP)
des diastolischen Blutdrucks (DBP)
der Herzfrequenz
nach der Maßnahme gemessen wurde.
Ergebnisse
Von 81 angesehen Studien wurden 17 Studien eingeschlossen. Bei 64 fehlten Daten oder Ergebnisse oder die Diskussion zur Studie war irrelevant. Atemübungen haben einen bescheidenen, aber signifikanten Effekt auf die Senkung des Blutdruckes und der Herzfrequenz.
Fazit
Atemübungen zum Wohlfühlen
Atemübungen sind bei Bluthochdruck eine wesentliche therapeutische Maßnahme. Atemübungen helfen zudem die unbewusste und bewusste Aufmerksamkeit zu erhöhen. Dies war nicht eingeschlossen in der Untersuchung und kann naturgemäß auch nicht direkt gemessen werden, doch Ziel der kardiovaskulären Sekundarprävention ist natürlich die langfristige tonuserhöhende Lebensweise.
Dein Blutdruck steigt und fällt im Laufe des Tages, ist er mal hoch, so ist es nicht gleich ein Bluthochdruck (Hypertonie). Zudem gibt es Druckunterschiede, je nachdem wo gerade mehr Stoffwechsel nötig ist. Dein Kreislaufsystem ist also sehr anpassungsfähig. Braucht Dein Gehirn mehr Sauerstoff, wird es stärker durchblutet. Hast Du gerade gegessen, wird Dein Verdauungstrakt mehr versorgt. Und beim Radeln brauchen Deine Beine mehr Blut.
Damit alles gut versorgt wird, braucht das Blut ein Druckgefälle. Vom Herzen in die Organe und dann von den Organen zum Herzen zurück. Doch der Druck darf nicht zu hoch sein, denn sonst leiden die Gefäße und die Organe. Unter einem zu hohen Blutdruck leiden in Deutschland 20 bis 30 Millionen Menschen. Das sind 30,9 % der Frauen und 32,8% der Männer{„Gesundheit in Deutschland aktuell“ – neue Daten für Deutschland und Europa. Hintergrund und Studienmethodik von GEDA 2014/2015-EHIS (Saß AC, JD Finger JD, JAllen J et al.)Journal of Health Monitoring 2(1): 83 – 90 2017}. Bei den 65-Jährigen und Älteren sind es 63,8 % der Frauen und 65,1 % der Männer. Bei den über sechzig Jährigen hat nur jeder vierte einen normalen Blutdruck. Und die Zahlen sind seit den 1980er Jahren konstant hoch.
Viele wissen allerdings nichts von ihrer Erkrankung, es gibt erschreckend viele nicht entdeckte Fälle (bis zu 40%){Frequency of High Blood Pressure and Knowledge of Individuals about Their Disease in 1398 Ardebil: A Study on the Persian Cohort 2021}. Zudem werden viele nicht richtig behandelt{Versorgungslage unbefriedigend In: MMW – Fortschritte der Medizin. Jahrgang 8149, Nr. 49–50, 2007, S. 6, zitiert nach Lars-Christian Rump, Präsident der Hochdruckliga-Tagung 2007 in Bochum}.
Nur 10 % der Männer und 21 % der Frauen werden richtig behandelt.
Mein Artikel darf Dir helfen, einen besseren Einblick zu bekommen und so zu einer guten Behandlung zu kommen. Die Photographien sind von Yaroslav Shuraev.
Yaroslaf Shuraev, Photograph
Inhaltsverzeichnis
Blutkreislauf
Das Herz pumpt Blut in Deinen Kreislauf. Alle Organe und Gewebe benötigen Blut und der muss mit einem bestimmten Druck ankommen.
Blutkreislauf in Kurz
Der Blutkreislauf Deines Körpers
Das Herz ist eine Druckpumpe, das wissen die meisten. Was viele nicht wissen, das Herz arbeitet auch als Saugpumpe: Die Vorhöfe saugen das Blut in sich hinein.
Das Herz kann je nach Bedarf mehr oder weniger Blut in die Arterien pumpen. Es gibt drei Variablen um mehr Blut zu pumpen und das ist individuell: Schneller pumpen, mehr heraus pumpen und mehr rein lassen. Das rechte Herz das aus dem Körper kommende pumpt sauerstoffarmes Blut in die Lungenarterien. Das linke Herz pumpt das aus der Lungen kommende sauerstoffreiche Blut in die Körperarterien. Dort füllt sie die elastische Hauptschlagader (Aorta). Diese gibt direkt und in der Entspannungsphase des Herzens das Blut in die ableitenden Arterien ab. Erstmal die Wichtigen für Dein Gehirn, dann die Arme, in alle Organe (auch zum Herzen selber) und in die Beine. Je nach Bedarf strömt das Blut gerade dorthin, wo es gebraucht wird. Nach der Nahrungsaufnahme in den Magen-Darm-Trakt, beim Denken ins Gehirn und beim Sport in Deine Muskeln.
Wo auch immer in der Peripherie ein Stoffaustausch statt findet, das Blut fließt hier durch ein Aufgliederung in ganz kleine Haargefäße. Sie nennt man Kapillaren und das Nebeneinander Ebensolcher heißt Kapillarbett. Von dort fließt das Blut passiv und aktiv (Muskelpumpe) in den Venen zurück zum Herzen. Diese haben Klappen und dies verhindert ein Rückfluss. Ein Teil des Gewebewasser wird über die Lymphgefäße zurück transportiert. Dieser Teil fließt dann wieder in das Blut ein.
Das zweite Herz
Eine kräftige Beinmuskulatur hilft dem Herzen bei der Pumparbeit! Unser Schritt ist denn auch im gleichen Tempo mit etwa 60 bis 120 Schritten pro Minute!
Blutdruck
Der Blutdruck wird in Millimeter Quecksilbersäule (mm Hg) gemessen. Er besteht aus zwei Werten und gibt den Druck in den Gefäßen an, die vom Herz wegführen (Arterien).
Der Normaldruck ist 120 zu 80. Noch gesünder ist ein Druck der niederiger ist: 110-115 zu 70-75{„ESH/ESC Pocket Guidelines for the management of arterial hypertension (The Task Force for the management of arterial hypertension of the European Society of Hypertension (ESH) and of the European Society of Cardiology (ESC))2013}. In manchen Länder – wie zum Beispiel Griechenland – wird die Null weggelassen. Dann spricht man 12 zu 8.
Der erste Wert bezieht sich auf die Anspannungs- und Austreibungsphase. Das Blut wird in den Kreislauf gepumpt. Sie wird Systole genannt (gr. συστολή systoli = Zusammenziehung Schrumpfung). Der zweite Wert bezieht sich auf die Entspannungs- und Füllphase. Blut füllt das Herz. Sie wird Diastole genannt (gr. διαστολή diastoli Ausdehnung). Du findest die beiden Phasen unten im Bild. Die bunten Linien zeichnen nach, wo und wann in den Phasen und Unterphasen Drücke, Volumen, Spannungen (EKG) oder Geräusche auftreten. Ganz oben ist die rote Linien Sie steht für den systolischen und diastolischen Blutdruck in mm Hg. Andere Drücke und Volumen sollten auch im Normbereich sein. Zum Beispiel verändern diese sich bei Herzklappendefekten.
Die Pumphasen Deines Herzens: rot=Druck in der Aorta(Hauptschlagader), blau=Druck in der Herzkammer (Ventricel), gelb=Druck im Vorhof (Atium), rosa=Volumen in der Herzkammer, grün=EKG-Singale, grau=Geräusche des Herzens
Wieso fällt der Druck nicht auf Null?
Ein Zurückfließen ist wegen der Herzklappen in nur sehr geringem Maß möglich. Durch die Elastizität der arteriellen Gefäße insbesondere direkt nach dem Herzen wird der systolische Druck aufgenommen und kontrolliert in der Diastole abgegeben. Diese Funktion der großen Arterien nennt man „Windkesselfunktion“, s.u.. Plaques vermindern die Elastizität der Arterien (Erklärung weiter unten).
Versorgung der Organe
Aus dem systolischen und diastolischen Blutdruck kann man noch einen weiteren Wert berechnen. Es ist der mittlere arterielle Druck (MAD). Ohne ausreichenden Druck (unter 60 mm HG) werden die Organe nicht ausreichend versorgt. Das nennt man Minderperfusion. Ein zu hoher Druck hingegen schädigt das Organ nachhaltig!
Den mittleren arteriellen Druckes (MAD) kann man nur berechnen.
Berechnung des engl. Mean arterial pressure (MAP): HZV (Herzzeitvolumen) * TPR (totaler peripherer Widerstands) + ZVD (zentralvenöser Druck, trägt aber nur einen kleinen Teil bei und kann deshalb vernachlässigt werden).
Die Formeln zur Berechnung unterscheidet sich für herznahe Arterien (1) und peripher (2)
Bluthochdruck wird in Fachkreisen arterielle Hypertonie genannt. Das Wort stammt aus dem griechischen ὑπέρ hyper = über(mäßig) und τείνειν teinein = spannen. Bei der Überspannung im System ist der Blutdruck des arteriellen Gefäßsystems chronisch – also dauerhaft – erhöht. Nach Definition der Weltgesundheitsorganisation beginnt der Bluthochdruck beim erwachsenen Menschen ab einem systolischen Blutdruck von 140 mm Hg und/oder ein diastolischer Blutdruck von 90 mm Hg. Vorübergehende Blutdruckerhöhungen durch Erkrankung, Medikamente, Schwangerschaft oder bei körperlicher Anstrengung sind nicht eingeschlossen. Es gibt noch eine Sonderform der Hypertonie, es ist die pulmonale Hypertonie. Sie betrifft die Lungenarterien. Es kommt zum Überdruck im Lungenkreislauf (pulmonale Hypertonie, Lungenhochdruck).
Neben dem Blutdruckanstieg rückt ein weiterer Wert in den Fokus: Es ist die fehlende nächtliche Entspannung des Blutdruckes. Normalweise sinkt der Blutdruck in der Nacht um 10 bis 20 %{„Night-time blood pressure patterns and target organ damage: a review“(Faye S Routledge, Judith A McFetridge-Durdle, C R Dean, Canadian Hypertension Society)Can J Cardiol. 2007 Feb;23(2):132-8.}. Das No-night-Muster nennt man in Fachkreisen Dipping.
Bluthochdruck Folgen
Du hast nun gesehen, der Blutdruck wirkt auf die Gefäße und Organe. Ein guter Blutdruck wird also benötigt. Ist er zu niedrig, fehlt die nötige Versorgung. Ist der Blutdruck zu hoch, dann gibt es ernst zu nehmende Folgeschäden. Diese pathophysiologischen Schäden sind hochdramatisch:
PathophysiologischeVeränderungen
Die Pathologie (griechisch πάθος páthos = Krankheit, Leiden und λόγος lógos = Lehre „Krankheitslehre“) und Physiologie (griechisch φύσις phýsis = Natur und λόγος lógos s.o. „Naturkunde“) ist die Lehre von den Lebensvorgängen in Lebewesen. Die Pathophysiologie erklärt also wie die Krankheit sich in die Physiologie bei einem Menschen einpasst, und welche zu erwartenden Veränderungen es gibt.
Schäden an den herznahen Gefäßen und an der Gefäßversorgung des Herzens
Es kann zu einer Erkrankung der Herzkrankzgefäße kommen (koronare Herzkrankheit kurz KHK). Es kann zu einer Minderversorgung des Herzens (Angina pectoris) kommen oder zu einem Herzinfarkt (Myokardinfarkt). Es besteht in Folge die Notwendigkeit einer Gefäßerweiterung am Herzen (Myokardrevaskularisation) mittels Stent (PCI) oder Bypassoperation (ACVB). Die Gefäße könnnen auch eine Aussackung (Aneurysma) bekommem.
Schädigungen am Pumpmuskel
Der Muskel hat mehr Pumparbeit oder pumpt schneller. Dies führt zur Veränderungen an den Muskeln der Herzwand. Diese wachsen unnatürlich (Hypertrophie) und die Herzreizleitung wird gestört (Herzrhythmusstörungen).
Schäden an den Arterien zum Gehirn
Die Schädigungen der blutführenden Arterien zum Gehirn können zu einem Schlaganfall in unterschiedlicher Ausprägung führen. Es kann zu zeitweisen Ausfall der Durchblutung kommen führen (transitorische ischämische Attacke) oder zu längerem Ausfall der Versorgung mit der Folge eines Schlaganfall (ischämischer Schlaganfall). Möglich ist aber auch eine in das Gehirn mit der Folge eines Schlaganfalls (intrazerebrale Blutung).
Dein Nervensystem besteht aus zwei Substanzen, der Weißen und der Grauen. Die weiße Substanz (lat. Substantia alba) beinhaltet die Nervenfasern (Leitungsbahnen) also die Nervenzellfortsätze. Die graue Substanz enthält die Nervenzellkörper (Perikaryen). Die weiße Farbe entsteht durch die Umhüllung der Nerven durch die Zellen. Diese Gliazellen scheiden eine fettreiche Schicht aus. Es entsteht ein Markscheide (gr. μυελός myelos = Mark). Die Myelinschicht umhüllt die Nervenleitungen (Axone) vieler Nervenzellen spiralförmig. Die Myelinscheide ermöglicht eine besonders schnelle Erregungsleitung. Der Reiz springt quasi über den Nerven. Das nennt man dann salvatorische Reizübertragung.
Zerebrovaskulär
Zerebrum kommt vom lateinischen Cerebrum ist der im Kopf gelegene Teil des zentralen Nervensystems. Der deutsche Begriff Gehirn geht auf das althochdeutsche hirni, Hirne zurück. Vaskulär kommt vom lat. vasculum kleines Gefäß und meint die gesamte Durchblutung. Es geht also um die Durchblutung Deines Gehirns.
Schäden an den Arterien in den Beinen
Es kann zu einer Gefäßverengung der Arterien in den Beinen (periphere arterielle Verschlusskrankheit/pAVK) oder selten in den Armen kommen. Die Folgen sind Durchblutungsstörungen mit weitreichenden Folgen von Nekrosen, Entzündungen und letztendlich auch Amputationen.
Schäden an weiteren Organen
Es kann an allen Organen zu Schäden kommen. Häufig zu beobachten sind Netzhautschäden (Retinopathie, kann zu Sehverlust und Erblindung führen) und auch Nierenschäden. Bei der Letzeren kann es notwendig sein Dialyse abhängig zu werden (künstliche Niere).
Wie ernst die Folgeerkrankungen zunehmen sind, zeigt die Zahl der Sterbefälle:
Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch Bluthochdruck verursachen:
Die Blutdruckregulation beim Aufstehen kann gemindert sein. Der nötige Reflex des Nervensystems fehlt. Es kann zu Verletzungen und Stürzen kommen.
Der Nervus Sympathikus (Anreger) ist Teil Deines vegetativen Nervensystems. Er sorgt für eine Blutdruckanpassung, wenn Du aufstehst. Fällt dieser Reflex aus, oder ist er auch nur kleiner, kann es zu einer Bewusstseinsstörung kommen, denn es kommt dann zu einem plötzlichen Abfalls des Blutdruckes. Insbesondere sind Menschen davon betroffen, die auch eine Reizübermittlungsminderung (Neuropathie) durch einen Altersdiabetes haben, oder sie tritt als Folge von Blutdruck senkenden Mitteln auf. Besonders die Entwässerungstherapie kann problematisch sein. Es können sogar Synkopen auftreten. Sie führen nicht selten zu Stürzen.
Synkope
Ist eine Hypotonie mit einer nachfolgenden mangelnder Durchblutung des Gehirns. Die Gehirnfunktion ist gestört. Der Patient fällt in eine Ohnmacht. Sie geht in der Regel von selbst vorbei. Beteiligt sollten die Maßnahmen der Ersten – Hilfe anwenden (Puls- und Atemkontrolle)
Besonders tückisch ist ein Abfall des Blutdruckes nach dem Toilettengang. Hier wird der Gegenspieler, der Nervus Vagus gereizt. Diese Reizung, die auch die Gefäße wirkt, wird vasovagale (Vasal=Gefäß und Vagus=Veg. Nerv) genannt.
Wasser lagert sich im Körper ein.
In der äußeren Nierenrinde nimmt die Anzahl und die Funktion der Arterienknäuel ab. Zusätzlich kommt es zur Verengung der Arterien, Vermehrung von Bindegewebsfasern und Schädigung der kleinsten Nierengefäße. Es kann deshalb zu viel Kalium und Natrium im Körper sein. Dies führt zur Einlagerung in den Geweben und Ödeme bilden sich.
Bluthochdruck Einteilung
Bereits eine geringe Erhöhung des Blutdruckes kann zu Schäden führen{The global burden of hypertension exceeds 1.4 billion people should a systolic blood pressure target below 130 become the universal standard?“(Egan, Brent M.; Kjeldsen, Sverre E.; Grassi, Guidoc,; Esler, Murraye; Mancia, Guiseppe)Journal of Hypertension: January 7, 2019}{„Longer Time in Therapeutic Blood Pressure Range Protects Against Major Adverse Cardiovascular Events and All-Cause Mortality in Patients With Hypertension: A Post-Hoc Analysis of SPRINT“(Nayyra Fatani , Dave L Dixon , Benjamin W Van Tassell , Leo F Buckley , and John Fanikos)Circulation 5 Nov 2018 ; 138: A14190}. Deshalb werden heute auch leichte Hypertonien behandelt.
Die labile Hypertonie hat eine leichte Erhöhung bei Belastung. Die manifeste Hypertonie wird in Grade unterteilt und ist behandlungsnotwendig, die schwere Hypertonie ist sogar dringend behandlungsnotwendig! Eine akute Sonderform ist die Hypertone Krise. Das ist ein Notfall (Europäische Notfallnummer 112) und muss sofort behandelt werden.
Labile Hypertonie
Blutdruck bei körperlicher oder seelischer Belastung erhöht
Hypertonie
Blutdruck über 160/95 mm Hg
Schwere Hypertonie
Blutdruck über 160/120 mm Hg*
Hypertensive Krise
Blutdruck über 200/120 mm Hg**
*Zunehmende Komplikationen an z.B. Augen und/oder Nieren **Neurologische und/oder kardiale (Herz) Symptome
Definition und Klassifikation von Praxisblutdruck (mm Hg)
Kategorie
Systolisch
Diastolisch
Optimal
< 120
und
< 80
Normal
120-129
und/oder
80-84
Hochnormal
130-139
und/oder
85-89
Hypertonie Grad 1
140-159
und/oder
90-99
Hypertonie Grad 2
160-179
und/oder
100-109
Hypertonie Grad 3*
≥ 180
und/oder
≥ 110
Isolierte systolische Hypertonie
≥ 140
und
< 90
Definition und Klassifikation von Praxisblutdruck (mm Hg): Der isolierte systolische Hypertonus wird in Grad 1, 2 oder 3 eingeteilt, je nachdem wie hoch die systolischen Blutdruckwerte sind. *Führt bei 95% innerhalb von fünf Jahren zum Tod.
Blutdruck und Cholesterin
Früher in den 1970ern war das Cholesterin für die Gefäßveränderungen verantwortlich. Dafür war man beim Blutdruck großzügig. Es wurden Werte bis zu 100 diastolisch toleriert. Die Unterscheidung zwischen einem gutartigem (benigne) und bösartigem (maligne) Bluthochdruck mit mehr als 120 mm Hg diastolisch ist heute nicht mehr üblich.
Systolischer Blutdruck im Alter
Die Elastizität nimmt physiologisch (also völlig normal) mit dem Alter ab. Das führt schon mal zu einer Erhöhung des systolischen Wertes. Die Aorta, also die Hauptschlagader, wirkt wie ein Windkessel. Seine Funktion nimmt regulär ein wenig ab. Man kann ab einem Alter von 65 einen gering höheren systolischen Wert akzeptieren (rund 10 mm HG).
Windkesselfunktion
Die Arterien – insbesondere die Aorta – sind elastisch. Die Dichte der elastischen Fasern ist sehr hoch. Es wird so kinetische Energie gespeichert. Nach der Auswurfphase zieht sich die Gefäßwand zurück und hält den peripheren Druck aufrecht. Der pulsierende Blutstrom wird so in einen gleichmäßigen Volumenstrom umgewandelt. Bei einem jungen Erwachsenen werden etwa 35 ml – rund die Hälfte des normalen Schlagvolumens – zwischengespeichert.
Eine leichte Vergrößerung zwischen systolischem und diastolischem Blutdruck ist also normal. Problematischer ist ohnehin der zweite Wert. Denn das ist der Dauerdruck im System. Der erste systolische Druckwert ist nur für kurze Zeit da während der zweite diastolische der dauernde Grundwert ist. Er sollte dauerhaft nicht größer als 90 mm Hg sein, besser ist ein Wert unter 80. Ist der Wert bei 70 leiden die Gefäße, die Organe und auch das Druck erzeugende Organ Herz deutlich weniger.
Bluthochdruck und die Arterien
Gesunde Arterien haben glatte Innenwände. Ihr Blut fließt problemlos durch sie hindurch. Die Blutgefäße sind stark und flexibel. Ist der Blutdruck hoch, fließt das Blut mit zu viel Druck durch Deine Arterien. Diesen auf die Wand gerichtete Druck nennt man hydrodynamischen Druck.
Hydrodynamischer Druck
Der hydrodynamische Druck resultiert aus der kinetische Energie = Bewegungsenergie einer strömenden Flüssigkeit an der Oberfläche eines Körpers in dieser Strömung. Er ist nicht direkt messbar. Er dient auch der Geschwindigkeitsmessung der Flüssigkeit.
Du spürst den hydrodynamischen Druck nicht. Wir haben dafür keinen Rezeptor. Obwohl, genau genommen schon, wie zum Beispiel an der Halsschlagader den Barorezeptor. Nur fehlt uns eine bewusste Wahrnehmung für diesen Rezeptor. Vieles in unserem Körper läuft halt autonom ab, ohne das wir es wahrnehmen.
Barorezeptor
Barorezeptoren (oder archaisch Pressorezeptoren) sind Sensoren für den Blutdruck. Sie befinden sich in der Karotissinus. Das ist an der Gabelung der äußeren und inneren Halsschlagader (Karotis). Im Aortenbogen ist ein weiterer. Sie messen den Blutdruck und leiten die Informationen an das Gehirn weiter, damit ein angemessener Blutdruck aufrechterhalten werden kann.
Im Laufe der Zeit schädigt der hydrodynamische Druck, wenn er höher ist, die Wände Deiner Arterien. Sie sind nicht mehr glatt. Sie bekommen raue Stellen, an denen sich Fett und Kalzium ansammeln. Diese Ansammlung wird Plaque genannt („Plak“). Plaque ist Teil der Arteriosklerose. Früher nannte man das „Verkalkung“.
Arteriosklerose Atherosklerose
Die Plaques verengen und versteifen die Arterie. Der Blutfluss wird gemindert. Der systolische Druckwelle wird schlecht aufgenommen und abgegeben. Der Durchblutungsmangel und/oder die Blutdruckerhöhung schädigen die Organe.
Die krankhafte Einlagerung von Cholesterinestern und anderen Fetten in die innere Wandschicht der arteriellen Blutgefäße betrifft bevorzugt die Herzkranzgefäße, die Aufzweigung der Halsschlagader und die großen Beinarterien.
Dieser früh einsetzende Geschlechtsunterschied kann die Voraussetzungen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen im späteren Leben schaffen. Nun, aber warum erleiden Frauen dann früher einen höheren Blutdruck mit geringeren Folgen? Es liegt an den Blutgefäßen. Frauen haben „kleinere und dünnere“ als die der Männer. Ein erhöhter Blutdruck (insbesondere ein erhöhter mittlerer arterieller Druck) verändert die Gefäßneubildung kleiner Gefäße. Das nennt man Remodeling. Wo Männer einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erleiden kommt es bei Frauen zu einer Störung in den Endgefäßen (mikrovaskuläre Dysfunktion) am Herzen (kononar) oder im Gehirn.
Primärer Bluthochdruck
85% bis 90% der Betroffenen leiden unter essentieller (primärer) Hypertonie. Essentiell kommt aus dem lateinischen und heißt wesentlich, hauptsächlich. Primär heißt zuerst. Der Blutdruck ist also hauptsächlich und zuerst aus sich selbst heraus hoch. Es liegt keine erkennbare Ursache vor. Es gibt wenig Forschung, obwohl die Anzahl Betroffener sehr hoch ist. Es wird angenommen, es hat mit unserer genetischen Information zu tun. So erkranken Afroamerikaner häufiger an Bluthochdruck, haben oft schwereren Bluthochdruck und erkranken eher in einem früheren Alter als Andere.
Nach über 70 Jahren für das steigende Verständnis von Bluthochdruck beginnt man nun langsam die neurohumoralen Systeme sowie die physikalischen und mechanischen Eigenschaften seiner verschiedenen Komponenten zu verstehen{„Understanding high blood pressure: pathophysiological advances Entender la hipertensión arterial: avances fisiopatológicos“(David Cardona-Müller, Ernesto G Cardona-Muñoz)Cardiovascular and MetabolicScience Vol. 33 Suppl. 3 July-September 2022}.
These
Die Versteifung der Arterien (und vor allem der Aorta) mit zunehmendem Alter wird heute als Ursache für isolierten systolischen Bluthochdruck und als Hauptursache für Herzinsuffizienz bei älteren Menschen anerkannt{„Mechanical principles. Arterial stiffness and wave reflection“(M F O’Rourke)Pathol Biol (Paris). 1999 Jun;47(6):623-33.}.
Sekundärer Bluthochdruck
Bluthochdruck kann in Folge einer anderen Erkrankung stehen. Das ist eine sekundäre Hypertonie. Einige Ursachen:
Nierenerkrankungen
Verengung an den Nierenarterien (Nierenarterienstenose)
Chronische Nierenleiden
chronische Glomerulonephritis
Zystennieren
Nephropathie durch Diabetis
Mechanische Kompression der Nieren (Page-Niere)
Schlafprobleme
Schlafapnoe (Atemaussetzer im Schlaf)
Schlafmangel unter Stress
Arterienveränderungen
Verengung der Hauptschlagader (Aortenisthmus-Stenose)
Arterienverkalkung (Arteriensklerose)
Genetik
Bluthochdruck bei den Vorfahren (Familienanamnese)
Stoffwechselerkrankungen
Funktionsstörungen der Schilddrüse: Schilddrüsenüberfunktion(Hyperthyreose): Es wird zu viel Hormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) gebildet.
Cushing Syndrom: Im Blut befindet sich eine übermäßige Konzentration von Glucocorticoiden (Cortisol) mit erhöhtem Blutzuckerspiegel. Bei chronischer Form gibt es typische Körperformänderungen.
Stoffe und Medikamente
Weiter sind eine ausreichende Zufuhr von Kalium und Kalzium wichtig. Eine Insulinresistenz kann auch zu einem hohen Blutdruck führen. Langzeitanwendung von Schmerzmitteln wie nichtsteroidalem Antirheumatikum (NRAR) erhöhen das Risiko von Bluthochdruck. Bekannte Mittel sind Naproxen (Aleve) oder Ibuprofen (Motrin oder Advil). Ein weiterer Entzündungshemmer, der COX-2-Hemmer wie Celecoxib (Celebrex) kann auch den Blutdruck erhöhen. Anders bei Aspirin, das erhöht den Blutdruck nicht. Im weiteren können Hormone wie die Anti-Baby-Pille den Blutdruck steigern. Auch Drogen (Kokain und Amphetamine) wirken Druck erhöhend. Last but not least, Lakritze steigert auch den Blutdruck😉.
Sonstige
Entzündungen/Vergiftungen des zentralen Nervensystems
Hirndruckerhöhungen
Akromegalie: Ein meist gutartiger Tumor im Vorderlappen der Hirnanhangsdrüse produziert unkontrolliert Wachstumshormone.
Androgenitales Syndrom: Diese Gruppe bezeichnet (autosomal-rezessiv) vererbte Stoffwechselkrankheiten. Die Hormonsynthese in der Nebennierenrinde ist gestört. Es wird zu viel androgenes Nebennierensteroid (Sexualhormone der Nebennierenrinde) gebildet.
Primärer Hyperaldosteronismus: Die Nebennieren produzieren mehr Aldosteron durch Vergrößerung (Hyperplasie), eine gutartige (Adenom) oder bösartige (Karzinom) Geschwulst.
Phäochromozytom: Ein Tumor der Niere produziert Stresshormone (Katecholamine wie Noradrenalin, Adrenalin und Metanephrine)
Obwohl der sekundäre Bluthochdruck wissenschaftlich sehr gut bekannt sind, wird er in der Praxis aber häufig nicht richtig und rechtzeitig erkannt.
Sonderformen bei Schwangeren
Und es gibt noch eine Sonderform des Bluthochdruckes. Er tritt in der Schwangerschaft ab der 20. Woche bei fünf bis sieben Prozent der Schwangeren (mehr Erstgebärende und Frauen über 35) auf. Die schwangerschaftsindizierte Hypertonie (SIH) verschwindet aber nach der Geburt innerhalb von ungefähr sechs Wochen. Gelegentlich kommt es aber zu Präeklampsie.
Präeklampsie
Die Schwangere hat verstärkte Eiweißausscheidung über den Urin (Proteinurie) leiden. Meist wird auch Wasser im Gewebe (Ödeme) eingelagert. Die Schwangerschaftsvergiftung (Gestose) muss behandelt werden, da es sonst zu lebensgefährlichen Krampfanfällen (Eklampsie) kommen kann. Früher ein häufiger Grund für den Tod von Mutter und Kind. Noch komplexer ist das HELLP-Syndrom. Bei dieser Schwangerschaftserkrankung ist der Blutdruck hoch, es zerfallen Blutbestandteile (Hämolyse), die Leberwerte sind erhöht (elevated liver enzymes) und die Anzahl von Blutplättchen ist gering (low platelets).
Bluthochdruck alleine ist schon eine große Belastung für den Körper. Doch er gesellt sich durchaus mit zwei weiteren Problemen: Altersdiabetes, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus II) und zu hohen Fettwerten im Blut (Hyperlipidämie). Hat man alles zusammen, wird dies Metabolisches Syndrom genannt.
Ob primärer oder sekundärer Bluthochdruck, folgende Faktoren sind sehr ungünstig:
Starkes Übergewicht (Body-Mass-Index = BMI > 25)
zu viel Alkoholkonsum (Männer 2 Gläser, Frauen 1 Glas)
Hoher Salzkonsum
Disstress (negativer Stress, früher Typ A Persönlichkeit, siehe weiter unten)
Rauchen
Inaktivität
Die Therapie ist sehr komplex{„Hyperglykämie, Hypertonie und Hyperlipidämie bei Diabetespatienten“(V. Pavlicek)Der Diabetologe volume 7, pages 510–511, 2011}. Die gute Nachricht: Wie auch beim Bluthochdruck hilft die physikalische Therapie (mehr weiter unten). Eine Studie legt hier insbesondere Yoga nahe{„Effectiveness of Yoga Lifestyle on Lipid Metabolism in a Vulnerable Population—A Community Based Multicenter Randomized Controlled Trial“(Raghuram Nagarathna, Saurabh Kumar, Akshay Anand, Ishwara N. Acharya, Amit Kumar Singh, uchitra S. Patil, Ramesh H Latha, Purnima Datey and Hongasandra Ramarao Nagendra)Medicines 2021}.
Bei den mehr „erlernten/vererbten“ Ursachen entsteht im System bei verschiedenen Anforderungen Disstress (krankmachender Stress). Du kennst das: Aufregung und körperliche Anstrengung lässt den Blutdruck steigen, während er in Ruhe oder im Schlaf deutlich niedriger sein kann. Diese Blutdruck-Schwankungen sind normal und dienen der körperlichen Anpassung an die jeweilige Situation. Beim Gesunden pendeln sich die Blutdruckwerte immer wieder im Normalbereich ein. Ist man aber dauerhaft „ge-dis-stresst“ wandert der Blutdruck nach oben. Di-Stress ist der ungesunde Stress. Gesunder Stress heißt Eu-Stress. Diesen können wir viel besser verarbeiten. Wie Du gleich sehen wirst, ist nicht der Stres, sondern die Stressverarbeitung im Fokus der Beobachtung.
Es gibt viele Studien über den Zusammenhang von Befinden (Psyche) und Bluthochdruck{Alvin P. Shapiro: Hypertension and Stress: A Unified Concept. Psychology Press, 2013, ISBN 978-1-134-79345-7, S. 68 (google-books). Wolfgang Linden: Psychological Perspectives of Essential Hypertension: Etiology, Maintenance, and Treatment (= Karger biobehavioral medicine series. Band 3). Karger, Basel / New York 1984, ISBN 978-3-8055-3662-2, insb. S. 6, mit Follow-up nach bis zu 24 Monaten (online bei google-books); Gene L Stainbrook, John W Hoffman, Herbert Benson: Behavioral therapies of hypertension: psychotherapy, biofeedback, and relaxation/meditation. In: Applied Psychology. Band 32, Nr. 2, April 1983, S. 119–135. Online-Publikation: ab 22. Januar 2008, doi:10.1111/j.1464-0597.1983.tb00899.x}Besonders Angst und Stress zusätzlich zu Depressionen gelten als modulatorische Aspekte der arteriellen Hypertonie{„THE RELATIONSHIP OF HIGH BLOOD PRESSURE, ANXIETY AND STRESS: AN INTEGRATIVE LITERATURE REVIEW“(Ana Raquel de Oliveira Hannah Carla de Jesus Bezerra Edmundo de Oliveira Gaudêncio José Roniere de Morais Batista Maria do Socorro Roberto de Lucena)Psicol. Estud. 26 • 2021}. Modulation ist die neurale oder chemische Beeinflussung.
Bluthochdruck und Emotionen
Es gibt eine lange Tradition von Typenanaylsen. Sie beginnt mit der Typ A oder B Persönlichkeit in den fünfziger Jahren.
Die beiden Kardiologen Friedman und Rosenman (1959) definierten auf Grund klinischer Studien die Typ-A-Persönlichkeit (Type A/B personality) als Risikofaktor und ungünstigen Prognosefaktor für eine koronare Herzerkrankung. Sie haben ein bestimmtes Verhaltensmuster:
Ungeduld und Ruhelosigkeit
Ehrgeiz
Wettbewerbsstreben
Ärger und Feindseligkeit (auch unterdrückt)
Ausgangslage ist häufig eine Gesamtverfassung, die durch emotionale Labilität, Schüchternheit und Gehemmtheit charakterisiert ist. Es gibt dazu verschiedene Konzepte, das „Neurotizismus“-Modell wird viel benutzt, um die inneren Vorgänge zu beschreiben. Der Neurotizismus ist eine Persönlichkeitseigenschaft. Sie besteht dauernd und ist stabil. Menschen mit dieser Eigenschaft sind ängstlich, launisch, empfindlich, depressiv, reizbar und labil{„Neurotizismus . Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik“(Stangl, W.)16.05.2022}.
Die (innere) Gesamtverfassung wird im Verhalten nach außen durch verschiedene Strategien geschützt. Den meisten Menschen ist die (innere) Gesamtverfassung gar nicht oder nur in Teilen bewusst. Sie erleben sich so in unterschiedlicher Ausprägung:
Kennzeichen des Neurotizismus
Nervosität
Reizbarkeit
Launenhaftigkeit
Unsicherheit
Verlegenheit
Klagen (Ärger, Ängste, Schmerzen Schwindel)
Traurigkeit/Melancholie
hohe Stress-Sensibilität
negative Affektlage (Gemütserregung)
dauerhafte Unzufriedenheit
Besonders bei älteren Erwachsenen erhöht sich dadurch der diastolische Blutdruck{High Stressor Exposure and Low Stressor Diversity Are Linked to Higher Blood Pressure Across Age(Rachel Koffer, Kristina Dickman, Thomas Kamarck)Innov Aging. 2020}.
Ach so: Es gibt auch geschlechtsspezifische Einflussfaktoren für den Blutdruck{Novel Dietary Approaches for Controlling High Blood Pressure(George Moschonis, Kalliopi Karatzi)National Library of Medicine: 21 December 2020}. Viele Frauen bekommen Bluthochdruck in den Wechseljahren. Es wird vermutet, dass es vorher einen hormonellen Schutz gibt.
Mit einem niedrigen Blutdruck gehst Du am „Krückstock“, wirst aber uralt, sagt man. Die meisten Menschen mit einem Bluthochdruck fühlen sich hingegen „pudelwohl“. Die meisten Betroffenen wissen also nicht, dass sie einen hohen Blutdruck haben, bis sie aus einem anderen Grund zum Arzt gehen.
Am Krückstock gehen
Wer sich beim Gehen auf einen Krückstock stützen ist schwach. Er wird als verbraucht, abgenutzt und veraltet angesehen. Und wenn man sich so fühlt, ist man das Gegenteil von fit.
Sich pudelwohl fühlen
Der Pudelhund liebt das Wasser. Er wurde früher in der Wasserjagd eingesetzt. Seinen Namen erhielt der Hund vom “pudeln”, dies ist ein regionales Wort für “im Wasser plantschen”. Fühlt sich also jemand pudelwohl, so empfindet man sich wohl wie ein Pudel beim Plantschen im Wasser.
Ich habe in einem anderen Artikel wesentlich genauer das subjektive Eigenempfinden für Deine Gesundheitserfahrungen dargestellt: Die therapeutische Triangel.
Direkte Symptome
Meist macht der Blutdruck nur Symptome, wenn er besonders hoch ist:
Starke Kopfschmerzen im Hinterkopf (häufig morgens)
Sehstörungen (verschwommenes Sehen)
Gleichgewichtsstörungen
Solche Symptome können auch durch einen hypertensiven Anfall hervorgerufen werden. Dieser bösartige Bluthochdruck ist ein medizinischer Notfall. Er ist dringend behandlungsbedürftig (s.o.). Solch eine hypertensive Krise kann man auch bei sonst normalen Blutdruck bekommen, zum Beispiel wenn man eine akute Nierenkörperchenentzündung (akute Glomerulonephritis) hat.
Weitere mögliche Symptome bei hohem Blutdruck können sein:
Ermüdbarkeit
Müdigkeit
Schlafstörungen
Kurzatmigkeit
Nervosität
Nasenbluten
Ohrensausen
Röte im Gesicht
Übelkeit
An der Nervosität, den Schlafstörungen und der Kurzatmigkeit kann man die negative Rückkopplung im System erkennen. Und es ist auch nicht immer einfach mit diesem Symptomen auf eine Hypertonie zu kommen. Frauen im mittleren Alter meinen häufig Wechseljahresbeschwerden oder Stress zu haben.
Indirekte Symptome
Zu hoher Blutdruck kann langfristig – wie oben erwähnt – Organe schädigen. Dann weisen Menschen mit Bluthochdruck Warnsignale auf, die von diesen Organen ausgehen. Das können zum Beispiel sein:
Die koronare Herzerkrankung macht Brustenge und Herzschmerzen (Angina pectoris)
Bei einer Herzinsuffizienz hat man eine verringerte Leistungsfähigkeit und Wassereinlagerungen (Ödeme)
Bei der Blutgefäßverengung in den Arterien (peripheren arteriellen Verschlusskrankheit pAVK) hat man eine Gehstreckenlimitierung durch Schmerz
Die hypertensiven Retinopathie verursacht eine abnehmende Sehschärfe und Ausfälle im Gesichtsfeld
Wichtig!
Manchmal wird der Bluthochdruck erst durch einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder andere schwere Komplikationen festgestellt. Achte deshalb auf Bluthochdruck-Symptome, ggf von Symptomen der Folgeerkankungen und besuche regelmäßig Deine Vorsorgeuntersuchungen! So beugst Du schwerwiegenden Folgeschäden und einem kürzerem Leben vor.
Fast standardmäßig wird beim Arzt der Blutdruck gemessen. Bei manchen Messungen frage ich mich, ob das nun wirklich notwendig ist. Aber den Puls und Blutdruck zu messen, das haben schon die alten Chinesen gemacht. In der traditionellen chinesischen Medizin wird auch schon mal eine Stunde der Puls gefühlt. Du glaubst gar nicht, was man daraus alles feststellen kann.
Man sollte auch zu Hause ruhig mal messen, beim Arzt bist Du vielleicht ein wenig aufgeregt. Noch besser ist eine Blutdrucklangzeitmessung über 24 Stunden oder 48 Stunden. Dann kann man die tägliche Schwankungen besser messen. Zudem sollte auch auf dem Fahrrad-Ergometer gemessen werden.
„Goldstandard“
vs.
Selbstkontrolle
Die Blutdruckmessung in der Arztpraxis wird auch in den neuen Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (2013) als „Goldstandard“ für die Diagnose erachtet. Nur bei Verdacht auf Praxishypertonie oder einer maskierte Hypertonie wird jedoch die Anwendung von 24-h-Langzeitblutdruckmessung (ambulatory BP monitoring/ABPM) oder häusliche Blutdruckmessung (home BP monitoring/HBPM) empfohlen. Zusätzlich sollten diese Methoden bei der Identifizierung einer „falschen“ oder „wahren“ therapieresistenten Hypertonie Anwendung finden.
Aus meiner Erfahrung ist die Selbstkontrolle eines der wichtigsten Selbsterfahrungen für eine erfolgreiche Therapie.
Reiner Schwope
Überwache Deinen Blutdruck selber!
Blutdruck Messung
Der Haupttest für Bluthochdruck ist einfach, schnell und schmerzlos. Dies geschieht mittels einer aufblasbaren Ringes. Den Ring nennt man Manschette. Er sollte eine altersabhängige Breite haben.
Dies sind die üblichen Schritte:
Du sitzt 5 Minuten vor dem Test ruhig. Beide Füße sind flach auf dem Boden.
Dein Arm ist auf der Stuhllehne abgestützt, sodass Dein Oberarm auf Höhe Deines Herzens ist.
Die Standardmanschette ist 12-13 cm breit und 35 cm lang. Bei Armumfängen > 32 cm oder dünnen Armen wird eine andere Manschette gewählt.
Die Manschette wird um Deinen Oberarm gewickelt. Ein Zifferblatt zeigt den Pumpwert.
Die medizinische Fachkraft versiegelt die Manschette und pumpt sie auf. Oberhalb des systolischen Blutdruckes (s.o.) ist der Blutfluss in Deinem Arm unterbrochen. Du spürst einen starken Druck um Deinen Arm.
Die Manschette wird langsam entlüftet und mit dem Stethoskop wird auf die erste Druckwelle in Deinem inneren Ellenbogen gehört. Das ist der systolische Wert. Hört das Pulsationsgeräusch auf, dann ist das der diastolischer Wert.
Mindestens eine zweite Untersuchung erfolgt nach ein bis zwei Minuten. Ggf. sind weitere Blutdruckmessungen erforderlich. Bei konventionellen Blutdruckmessungen wird die Herzfrequenz durch Pulstasten mehr als 30 Sekunden nach der Erstuntersuchung separat gemessen. Zum Erkennen einer Veränderung durch das Stehen (orthostatische Hypotensionen) bei älteren Patienten, Diabetikern oder anderen Krankheiten wird nach drei bis fünf Minuten noch mal im Stehen gemessen.
Beeinträchtigung der Blutdruckmessung
Einige Faktoren beeinflussen Deinen Blutdruck. Bei einer Messung sollten alle Gründe für eine Erhöung des Butdruckes ausgeschlossen werden.
Grund
Erhöhung systolisch/diastolisch in mm Hg
Harn- und Stuhldrang
27 / 22
„Weißkitteleffekt
22 / 14
Sprechen
17 / 13
Rauchen
10 / 8
Kaffee trinken
10 / 7
Akute Kälte (Zugluft)
11 / 8
Fehlende Rückenuntersützung
8 / 6-10
Manchette zu schmal
8 / 8
Beine überkreuzt
variabel
Emotionale Belastung
variabel
Stress
variabel
Veränderungen des Blutdruckes durch verschiedene Einflussfaktoren
Geschichte der Blutdruckmessung
Das uns heute noch übliche Verfahren der Blutdruckmessung am Oberarm wurde 1896 durch den italienischen Arzt Scipione Riva-Rocci eingeführt. Das Gerät besteht aus einer Quecksilbersäule, einem Ballon und einer Oberarmmanschette aus einem Fahrradschlauch(👍). Das Prinzip war 1888 von dem britischen Tierarzt John Boyd Dunlop entdeckt worden. Der diastolische Druck war mit dem Verfahren von Riva-Rocci ursprünglich nicht messbar. Der russische Militärarzt Nikolai Sergejewitsch Korotkow hörte den Blutflusses mit einem Stethoskop ab. Der Name des Gerätes ist griechisch (στῆθος stēthos = Brust und σκοπεῖν skopein = betrachten, schauen, gucken, untersuchen) und meint das (Brust-) Abhörgerät, was ja jeder vom Arzt kennt.
Messung der Aortensteifigkeit
Heute kann man die schädliche Auswirkungen der arteriellen Versteifung messen. Man kann die Kontur der Druckwelle analysieren. Man misst die Druckwelle sowohl an der Karotis als auch am Handgelenk. So kann man Rückschlüsse ziehen und die Druckwelle der zentralen Aorta aus dem radialen Puls synthetisieren.
Diagnose Tests
Neben der Blutdruckmessung wird Deine Ärztin eine gründliche körperliche Untersuchung und Anamnese durchführen. Die Anamnese ist die Vorgeschichte Deiner Krankheiten und ein wichtiger Hinweisgeber für Deine Therapie. Sie wird in Eigenanamnese sowie Familienanamnese unterschieden.
Meine praktische Idee für Dich🤗
Ein Tagebuch Deiner Befindlichkeit ist eine der besten Ideen überhaupt. Dazu noch ein Ordner mit allen jemals durchgeführten Untersuchungen. Dort gehört auch Dein Impfbuch rein.
Auf jeden Fall ist eine gründliche Labordiagnostik erforderlich und weitere spezielle diagnostische Tests. Einige Untersuchungen werden bei allen Patientinnen notwendig sein, andere nur bei bestimmten Patienteninnen.
Im weiteren muss festgestellt werden, ob irgendwelche Organe geschädigt sind oder andere Probleme verursacht wurden. Folgende Test kommen in Frage:
Urintests (Nierenerkrankungen)
Bluttests (Kalium-, Natrium- und Cholesterinspiegels)
Blutzuckertest (Diabetes)
Messung der Nierenfunktion
Elektrokardiogramm (EKG, EKG Herzfunktion)
Ultraschalldoppler der Halsschlagader
Augenhintergrundspiegelung (Ophthalmoskopie)
Diagnose Kernantworten
Liegt eine arterielle Hypertonie vor?
Welche Ursache liegt vor?
Diagnose Kernfragen
Wie hoch ist das kardiovaskuläre Risiko?
Gibt es Organschäden /Begleiterkrankungen
Diagnose Einteilung
Die Einteilung nach der internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten Nummer 11 ist sehr komplex, aber besser als die Vorversion der ICD10.
GC01.4 Neuromuskuläre Dysfunktion der Harnblase, anderenorts nicht klassifiziert
Therapie
Dein Blutdruckziel ist 120/80 mm Hg in Ruhe oder geringer. Deine Ärztin wird Dich dabei fachlich begleiten. Da aber die meisten Maßnahmen von Dir durchgeführt werden, solltest Du von Anfang an selber Regie führen. Dein Ziel richtet sich nach Deiner Gesundheit und Deinem Alter.
Aktuell noch in Bearbeitung🙏:
Teil II Therapie
Ich stelle Dir hier alle Punkte kurz vor und im zweiten Teil meines Artikels findest Du dann alle nochmal wesentlich ausführlicher aufgeführt und erklärt🤗.
Eine grundsätzliche Toleranz für einen höheren Blutdruck, wenn Du älter bist, ist heute nicht mehr aktuell. Es gelten auch hier die gleichen therapeutischen Prinzipien. Einzig Du entscheidest, wie intensiv Du den Prozess der Veränderung vorantreiben willst.
12 Punkte
Die Liste der therapeutischen Möglichkeiten ist lang. Am besten Du gehst langsam und schrittweise vor. Der Hochdruck braucht Zeit bis er da ist, und es ist nun keine Eile geboten. Also kein Hochdruck gegen den Hochdruck. Entdecke lieber mit Freude neue Dinge aus, probiere, was Dir guttut und fühle Dich damit wohler.
Ernähre Dich gesund mit wenig Salz (Natrium <1,5 Gramm, weiter unten mehr)und tausche das Industriesalz gegen ein natürliches Salz ohne Zusatzstoffe. Trinke ausreichend Wasser!
Begrenze den Alkoholkonsum (Männer <2 Gläser, Frauen <1 Glas oder 30 g Alkohol bei Männern und 20 g bei Frauen) und entwöhne Dich vom Rauchen{Impact of smoking and smoking cessation on arterial stiffness and aortic wave reflection in hypertension“(Noor A Jatoi 1 , Paula Jerrard-Dunne, John Feely, Azra Mahmud)Hypertension. 2007 May;49(5):981-5. doi: 10.1161/HYPERTENSIONAHA.107.087338. Epub 2007 Mar 19.}an diesem Punkt, wenn es Dir leicht fällt
Bewege Dich (mindestens zwei Mal die Woche) ohne Dich anzustrengen
Verbringe mindestens zwei mal die Woche Zeit in der Natur{„Monitor of Engagement with the Natural Environment (MENE)“Natural England Published 13 August 2014}.
Vermeide Disstress (gesundheitsschädlicher Stress) und erlerne Stressmanagement und Entspannungsverfahren. Übe zum Beispiel mit modernen Biofeedbackmethoden die Stressregulation zu beeinflussen. Oder erlerne Meditation und Entspannung.
Sonnenbaden (dosiert){„UVA Irradiation of Human Skin Vasodilates Arterial Vasculature and Lowers Blood Pressure Independently of Nitric Oxide Synthase“(Donald Liu, Bernadette O Fernandez, Alistair Hamilton, Ninian N Lang, Julie M C Gallagher, David E Newby, Martin Feelisch, Richard B Weller)Journal of Investigative Dermatology. 2014, Band 134, S. 1839–1846}.
Übe Ausdauer, Yoga und/oder Gymnastik
Nutze die Wirkungen der blutdrucksenkenden Atemtechniken{„Die Wirkung einer Kombination aus Fußbad – Ingwer in kochendem Wasser – und langsamen Atemübungen auf die Blutdrucksenkung bei hypertensiven Patienten“(DESY RINAWATY, SULASTYAWATI, S.Kep Ns M.Kep, LUCIA RETNOWATI SST, M.Kes) Jurnal of Applied Gesundheitsmanagement und Technologie 2021}.
Prüfe alternative Verfahren wie Akupunktur auf die Wirksamkeit bei Dir (Du brauchst nichts zu glauben, einfach testen)
Suche individuelle Anspannungen in Deinem Körper und löse diese
Medikamente
Die medikamentöse Therapie ist sehr umfassend. Wasser und Salze können aus dem Körper befördert werden. Der Gefäßwiderstand kann gesenkt werden. Dazu können die Stresshormone blockiert werden. Zudem kann die Herzaktivität gehemmt werden.
Operation
Aktuell gibt es die Möglichkeit Sympathikusdenervation an der Niere und der Stimulation der Druckrezeptoren in der Karotisgabel.
Tipp zum Schluss🤗
Ab vierzig solltest Du Deinen Blutdruck ab und zu mal checken lassen. Wenn Du afroamerikanischer Abstammung bist, dann solltest Du es lieber schon eher mal prüfen lassen. Das gilt auch für Menschen, die übergewichtig oder fettleibig sind. Und klar, alle mit einem bekannten hohen Wert ab 130 bis 139 systolisch oder/und 85 bis 89 diastolisch sollten regelmäßig alle drei bis fünf Jahre messen.
Fehlen häufig, Kopfschmerzen (besonders morgens) oder Druckkopfschmerzen, Ermüdbarkeit, seltener Schwindel, Röte im Gesicht, Sehstörungen, Wassereinlagerungen
Therapie
Gesunde Ernährung mit wenig Salz Viel Bewegung und aktive Entspannung Blutdruck steigernde Körper- und Lebensfaktoren reduzieren Blutdruck senkende Medikamente
Kurzübersicht Bluthochdruck (Hypertonie)
Hypertensive Krise
Es kommt es zu einem plötzlichem, massivem Blutdruckanstieg. In diesem Fall sofort den Notarzt alarmieren (europäische Notrufnummer 112).
In diesem Artikel geht es ganz um die Bewegung bei Bluthochdruck. Denn Bewegung ist das beste Heilmittel, was Du zur Verfügung hast. Doch vielleicht möchtest Du erstmal mehr über den Blutdruck erfahren, dann lese erst diesen Artikel von mir:
Es gibt Medikamente, die können den Bluthochdruck senken. Die Studien zu diesem Thema sind weit verbreitet. In der Regel besagen sie, dass Medikamente wirksamer sind als Bewegung. FALSCH! Denn die meisten Studien beziehen sich auf Menschen, die gar keinen hohen Blutdruck haben. Bei Menschen mit erhöhtem Blutdruck zeigen sich ganz andere Ergebnisse{Can exercise lower blood pressure as effectively as drugs? Medical New Today 31 December 2019}:
Das hochintensive Intervalltraining als auch moderates Dauertraining senken den Blutdruck. Es wurde getestet bei körperlich inaktiven jungen Erwachsenen, die schon eine leichte Steigerung des Blutdruckes haben. Die Ergebnisse des hochintensiven Intervalltrainings waren aber deutlich besser{„Effectiveness of High-Intensity Interval Training and Continuous Moderate-Intensity Training on Blood Pressure in Young Physically Inactive Pre-Hypertensive Adults“(Anil T John, Ph.D. Moniruddin Chowdhury†, MBBS, Ph.D. Md. Rabiul Islam, MS. Imtiyaz Ali Mir*†, MSc. Md. Zobaer Hasan, Ph.D. Chao Yi Chong, BSc. Syeda Humayra, MD. Ph.D. Yukihito Higashi, MD. Ph.D.)Preprints Posted 3 June 2022}.
Vermeide diese Bewegungen
Alle Widerstandsübungen, Halten gegen Widerstand (Isometrie), Übungen bei denen Du die Luft anhältst oder Pressatmung, Krafttraining mit hohen Gewichten sind nicht wirklich das Richtige für Dich, wenn Du die Dosierung nicht genau einhälst. Dann aber kann Isometrie durchaus wirken{„The effectiveness and safety of isometric resistance training for adults with high blood pressure: a systematic review and meta-analysis“(Harrison J. Hansford, Belinda J. Parmenter, Kelly A. McLeod, Michael A. Wewege, Neil A. Smart, Aletta E. Schutte & Matthew D. Jones) Hypertension Research (2021)}.
Dein Übungsprogramm
Idealerweise kombinierst Du für Dich die verschiedenen Ansätze in Deinem Bewegungsprogramm:
Allgemeine aerobe dynamische Ausdauer
Dynamisches Yoga
Yin Yoga
Tiefenentspannung (Soamaotemotionale Entspannung)
CV4 Griff
Periphere dynamische Ausdauer
Diät
Wenn Du ein persönliches Übungsprogramm haben möchtest, dann schreibe mir gern:
Es lohnt sich auf jeden Fall, etwas gegen den hohen Blutdruck zu machen. Denn es leiden viele Systeme unter dem hohen Druck
Sicher kann nicht jeder Patient, mit einem hohen Blutdruck, ganz auf Medikamente verzichten. Doch mit gezielter ärztlicher Begleitung sollte doch jeder Patient diesen Versuch unternehmen, mit möglichst wenig Medikamenten auszukommen. Sein Organismus wird es ihm danken! Und Bewegung tut gut und fördert das Wohlbefinden 🙂
Kompresssionsstrümpfe sind medizinische Strümpfe. Sie üben Druck aus und komprimieren das Gewebe und die Blutgefäße.
Der Flüssigkeitseinstrom in die kleinsten Blutgefäße wird reduziert.
Der Ein- und Ausstrom im Gewebe wird günstig beeinflusst.
Die venösen Blutgefäße werden auf einen kleineren Durchmesser komprimiert.
Dadurch schliessen die Venenklappen (Rückflussverhinderer) besser. Die Fließgeschwindigkeit des Blutes wird höher. Der Rückstrom des Blutes zum Herzen wird erleichtert. Venen und Lymphgefäße werden entlastet. Das Gewebe kann in der Folge nicht mehr so leicht anschwellen.
Hinweis zu meinen Artikeln:
Meine Artikel für Dich sind keine schnellen und oberflächlichen Nachrichten. Statt eines kurzen Tweets oder eines kurzen Statusupdate erhälst Du bei mir einen ganzen Artikel mit viel Detailinformationen. Zudem gibt es bei gesundheitlichen Problemen selten eine einfache und schnelle Lösung. Der menschliche Organismus ist hochkomplex und da ist schon die Reduktion in einzelne Artikel schwierig. Wie auch in meinen Artikeln so ist auch meine Therapie. Ich nehme mir Zeit für die Befundung, die Therapie, die Übungen, die Alltags- und Gebrauchsbewegungen und selbstverständlich auch die methodische und didaktische Vermittlung. Meine PatientInnen schätzen genau das: Sehr genau und ganz exakt, dabei sanft und immer herzlich, ganz nach meinem Motto in der Therapie: „Fühle Dein Wesen in Bewegung und erlebe Dein Sein in der Therapie“.
Inhaltsverzeichnis
Kompressionsstrümpfe vs. andere Strümpfe
Der Kompressionsstrumpf unterscheiden sich von dem Stützstrumpf und dem Antithrombosestrumpf:
Stützstrümpfe stützen Gewebe zum Beispiel nach starker Gewichtsabnahme.
Antithombosestrümpfe sollten eine Thrombose verhindern.
Die Kompressionsklassen
Bei einem medizinischen Strumpf nimmt der Druck von peripher nach zentral ab. Es gibt vier Kompressionsklassen:
Info-box I
Kompressions-klassen
Klasse
Intensität
Druck in mmHG
Kompression in KPa
I
leicht
18-21
2,4-2,8
II
mittel
22-33
3,1-4,3
III
kräftig
34-46
4,5-6,1
IV
sehr kräftig
>49
>6,1
Kompressionsklassen und Kompressionstärke der Kompressionsstrümpfe
Bei einer beginnenden Venenschwäche nimmt man die leichten Antithrombosestrümpfe. Für oberflächliche Krampfadern empfiehlt sich die Klasse II. Bei Schäden an den tiefen Venen und/oder des Verbindungssystems (tief zu oberflächlich) ist auf jeden Fall ein kräftiger Strumpf nötig. Für Beinschwellungen (Ödeme) ist die Klasse IV sinnvoll.
Aus Gründen der Haltbarkeit werden synthetische Fasern verwendet. Es gibt zwei Nähverfahren: Das Rundstrickverfahren ist nahtlos mit einem sehr gleichmäßigem Druck und das Flachstrickverfahren mit einer Naht hat eine große Anpassbarkeit.
Genaue Indikation mit Kompressionsklassen und empfohlenem Strickverfahren
KKL
Festigkeit
Strickart
Lymphödem
II-IV
hoch
Rund- oder Flachstrick, abh. von Stadium und Beinform
Lipödem
II
hoch
Rund- oder Flachstrick
Ödeme in der Schwangerschaft
I-II
gering
Rundstrick
(kompensierte) pAVK & CVI
I-II
hoch
Rund- oder Flachstrick
postthrombotisches Syndrom
II-III
hoch
Rund- oder Flachstrick, abh. von Schweregrad und Beinform
Thrombophlebitis, Thrombose
II
mittel/hoch
Rundstrick
Ulcus crusis
II-III
hoch
Ulkus-KS, Rund- oder Flachstrick, abh. von Beinform
nach Varizen-OP
II
mittel
Rundstrick
Varikose ohne Komplikationen
II
gering/mittel
Rundstrick
Kompressionsklassen und empfohlenem Strickverfahren für verschiedene Ursachen
Die Ausführungen der Kompressionsstrümpfe
Wadenstrümpfe (AD)
Halbschenkelstrümpfe (AF)*
Schenkelstrümpfe (AG)*
Strumpfhose für beide Geschlechter (AT)
Sonderformen
Caprihose
Radlerhose
Leggings
*mit silikonbesetzten Halteband (Haftrand), früher oder alternativ mit Strumpfhalter
Eine genauere Vorhersage des Drucks unter Berücksichtigung der Verformun2}.
Flüssigkeiten im Gewebe
Grundsätzlich wird die Flüssigkeit in den Zellen von der Flüssigkeit außerhalb der Zellen unterschieden.
Das altgriechisch Wort πλάσμα plásma = Plasma bedeutet Geschöpf. Es ist der flüssige Teil des Blutes. Dieses erhölt man durch Zentrifugation. Der Anteil des Blutplasma am Blutvolumen beträgt 50–59 % bei Männern und 54–73 % bei Frauen. Durch das Entfernen der Gerinnungsfaktoren erhält man aus dem Blutplasma das Blutserum.
Bemerkenswert ist das Wort Geschöpf. Aus Sicht der Faszienlehre ist das Zwischenzellgewebe sprichwörtlich verantwortlich für den „Bauplan“ des Organismus. Dort befindliche Strukturen sind für Bau und Ausrichtung maßgebend.
Im Kapillarbett wird aus dem einströmende Blut Flüssigkeit in das Gewebe abgegeben und aus dem Gewebe wieder aufgenommen. Ein Teil der Gewebeflüssigkeit wird durch die Lymphgefäße drainiert.
Das lateinische Wort lympha, lymphae = Lymphe bedeutet klares Wasser oder Milchsaft. Es ist die hellgelbe Flüssigkeit in den Lymphgefäßen und Lymphknoten. Die Leitungsbahnen im Lymphsystem sind die Lymphgefäße. Es ist ein wichtiges Transportsystem im Organismus. Es transportiert Nähr- und Abfallstoffen und es entsorgt in den Lymphknoten auch Krankheitserreger wie Bakterien und Fremdkörper.
Das griechische Wort οἴδημα oídēma = Ödem heißt Schwellung. Liegt eine Schwellung vor, so wird Wasser und später auch vermehrt Eiweiße eingelagert.
Das Vorgehen bei vorhandener Wassereinlagerung im Gewebe ist das Folgende:
Erst Therapie, dann Kompressionsstrumpf
Lymphdrainage + Kompressionstherapie
Eine Lymphschwellung ist eine medizinische Diagnose. Die Diagnose erfolgt durch das medizinische Fachpersonal. Diese verordnet die Therapie. Die manuelle Lymphdrainage ist primär eine spezielle Technik zur Gewebeentstauung. Der Begriff Entstauung vermittelt deutlich besser die Problematik als Entwässerung.
Entstauung statt Kompression
Lymphtherapie ist mehr als nur Entstauungs- oder Kompressionstherapie. Deshalb ist eine alleinige Kompressionstherapie als auch die intermettierende pneumatische Kompression nicht zielführen. Letztere bietet maximal für eine gewisse Zeit ein Ersatz für die manuelle Lymphdrainagetherapie zu sein3.
Medikamente können die Flüssigkeitsabgabe des Körpers erhöhen, eine gewebliche/lokale direkte Einwirkung ist nicht möglich.
Weitere Gewebetechniken können die Drainage deutlich verbessern. Ich arbeite mit speziellen Techniken aus der craniosacralen Therapie.
Die Lymphdrainage belastet Herz und Kreislauf. Viele Patienten sind anschließend sehr müde. Kompressionsbandagierungen oder adaptive Kompressionsbandagen sichern den Behandlungserfolg. Ergänzend kann Yoga4 unterstützen. Ggf. wird dies durch eine pharmakologische Entwässerungstherapie unterstützt. Nach erfolgreicher Lymphdrainagetherapie werden medizinische Kompressionsstrümpfe angepasst. Sie sichern den Behandlungserfolg567. Anmerkung: Es muss nicht ein Paar Kompressionsstrümpfe getragen werden, wenn der Befund einseitig ist.
Wann werden Kompressionsstrümpfe angepasst?
Ist die Abschwellung und ggf. Entwässerung erreicht, können Kompressionsstrümpfe angepasst werden. Dies sichert den Therapieerfolg der Entstauung und Kompression. Funktional ist es wichtig zu verstehen, daß Kompressionsstrümpfe ein Widerlager für die Wadenmuskelpumpesind . Die Beinmuskulatur ist das„zweite Herz“. Sanitätshäuser, Orthopädietechniker oder Apotheken können Kompressionsstrümpfe ausmessen. Dies sind Fachkräfte, die das Messverfahren beherrschen.
Wer übernimmt die Kosten der Kompressionsstrümpfe?
Die vom Arzt verordneten medizinischen Kompressionsstrümpfe werden von der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung übernommen. Mit einer ärztlichen Verordnung ist bei der gesetzlichen Krankenversicherung eine Zuzahlung von zehn Prozent der Kosten, mindestens fünf bis höchstens zehn Euro zu zahlen (Deutschland). Die Preise gehen von Wadenstrümpfen Segment B-D KKL I, Maßanfertigung, flachgestrickt bei € 50,– bis Strumpfhosen KKL IV, Maßanfertigung, flachgestrickt € 500,– (Stand 2020).
Kompressionsstrümpfe DM …
Kompressionsstrümpfe in Einheitsgrößen bieten Drogerieketten wie zum Beispiel „DM“ sowie andere Anbieter. Sie werden nicht individuell angepasst und sind nur für den Sport-, Arbeit- und Freizeitbereich.
Welche Diagnose für Kompressionsstrümpfe?
Venenerkrankungen
– Chronisch periphere venöse Insuffizienz (CVI)
Die Venen können das venöse (sauerstoffarme) Blut nicht fördern.
Wegen seiner Wichtigkeit ist die chronisch-venöse Insuffizienz häufigster Grund für die Verordnung. Sie vermeiden Sekundärkomplikationen8.
Wichtiger Hinweis: Viele Menschen haben nach einem Tag harter Arbeit oder nach langem Stehen schwere und müde Beine. Zum Teil sind sie auch geschwollen. Dies kann Zeichen der Überlast sein. Es kann aber auch auf eine chronische venöse Insuffizienz hinweisen.
– Krampfadern
Die Venen sind erweitert (sacculär). Sie können sich nicht zurück bilden und können schmerzhafte venöse Entzündungen (Phlebitis) verursachen. Es können sich Blutpropfen (Thromben) bilden. Krampfadern sind Zeichen für venöse Schwäche. Meist sind Beine und Füße betroffen.
Postthrombotisches Syndrom
Immobilität (Abnahme des Blutflusses), Infektionen, Entzündungen oder Traumen können einen Thrombus hervorrufen. Blutpropfen können fest an der Wand anliegen oder frei in die Blutbahn ragen (flottierend). Letztere können sich ablösen und einen Embolus bilden. Dieser kann in der Lunge eine Embolie verursachen.
Ob die Bildung von Thrombosen bei bettlägerigen Patienten durch Kompressionsstrümpfe verhindert werden kann, ist fraglich9. Sicher wirken Bewegung und pharmakologische Einstellung (Blutgerinnungshemmer). Im Gegensatz zu partiellen Problemen gibt es bei den Venen keinen Zusammenhang mit einer Gefäßobstruktion10.
Lymphödem
Es wird mehr Flüssigkeit in den kleinsten Blutgefäßen (Kapillaren) abgegeben als wieder aufgenommen (Kapillaren, Lymphgefäße). Es kommt zur Netto-Ultrafiltration. Es besteht ein höhere Wahrscheinlichkeit ein Lymphödem durch Adipositas zu bekommen11.
.
Sonderfälle
– Schwangerschaft
Durch die Veränderung des Hormonhaushaltes und den erhöhten Druck auf die Bauchvenen (der expandierende Uterus auf Vena cava inferior) kommt es zu Ödemen (Wassereinlagerungen im Körpergewebe).
– Lipödem
Ist eine genetisch bedingte Störung der Fettverteilung oder Vermehrung (meist Frauen). Die Therapie ist komplex.
– Lipodermatosklerose
Unter Lipodermatosklerose versteht man die Entzündung des Unterhautfetts (Pannikulitis).
– Economy-Class-Schlaganfall-Syndrom
Es gibt Hinweise für die Ursache von Schlaganfällen von gesunden und jungen Reisenden bei langen Flügen (nicht ausreichend untersucht). 30 % der Bevölkerung haben ein persistierende Foramen ovale (schließt sich normal nach der Geburt). Ein Foramen ovale ist ein Loch im Herzen (meist nicht gefährlich). Bei einem solchem Loch kann Blut von der linken in den rechten Vorhof des Herzens fließen (sieht man im Echokardiogramm). Das rechte Herz pumpt in die Lunge (kann kleinere Embolien abbauen), das linke Herz pumpt in den Körper und das Gehirn.
– Obstruktive Schlafapnoe
Diese tritt bei Flüssigkeitsüberladung im peripheren Gewebe häufig auf. Eine chronische Veneninsuffizienz fördert die obstruktive Schlafapnoe12.
Kontraindikationen
Bei bestimmten Erkrankungen kann das Tragen (jenach Schwere der Erkrankung) kontraindiziert sein13:
obstruktive Arterienerkrankung (Bei einer artiellen Verschlusskrankheit ist ab einer bestimmten Durchblutungsminderung ebendiese abgeschnürt. Gemessen wird der ancle brachial pressure index (ABPI) und der sollte > 1,0 sein.
Herzinsuffizienz
infektiöse Venenentzündung (septische Phlebitis)
nässende Hautentzündung (Dermatitis)
Nervenerkrankung mit Sensibilitätsstörungen (periphere Neuropathie)
Wie zieht man Kompressionsstrümpfe an?
Am Anfang sollte Fachpersonal das Ankleidungen begleiten.
Durch Klicken auf das Video wird eine Datenverbindung mit YouTube aufgebaut
Anziehen von Kompressionsstrümpfen
An- und Ausziehhilfen erleichtern den Umgang mit den medizinischen Kompressionsstrümpfen und schonen das Material.
Gestelle (Metall oder Plastik)
Gleiter (gleitfähige künstliche Ballonseide)
Spezielle Gummihandschuhe oder Handschuhe mit gummierter Handinnenfläche
Die medizinischen Kompressionsstrümpfe werden vor dem Aufstehen angezogen. Das Strumpfmaterial sollte nicht durch Ringe oder spitze Nägel beschädigt werden. Falten sollten vermieden werden. Das Gewebe soll gleichmäßig und eng anliegen damit die medizinische Kompression perfekt wirkt. Im Gegensatz zum normalen Strumpf wird abgerollt, gezogen und verteilt. Ggf. sollte eine Etappe wiederholt werden, da in der nächsten Etappe nicht mehr auf die darunter liegende eingewirkt werden kann. Die Kompressionsversorgung nicht maximal hoch ziehen (Kniestrümpfe bis zwei Zentimeter unter der Kniekehle / Schenkelstrümpfe bis zwei Zentimeter unter die Gesäßfalte). Das Tragen von Kompressionsstrümpfe wird täglich und den ganzen Tag empfohlen. Erst vor dem zu Bett gehen werden sie ausgezogen.
Die Pflege der Kompressionsstrümpfe
Ein handelsübliches Buntwaschmittel für Handwäsche (Vorsicht keine hohe Dosierung) wird empfohlen. Waschzusätze (Weichspüler, optische Aufheller oder Fleckentferner) dürfen nicht verwendet werden. Die Strümpfe müssen ausreichend gespült werden. Die nassen Kompressionsstrümpfe werden anschließend in ein Handtuch eingewickelt. Durch Druck auf die Rolle wird das Wasser in das Handtuch gepresst. Auswringen kann die Fasern schädigen.
Spezielle Strümpfe
Medizinische Thromboseprophylaxestrümpfe (MTPS, weiße Farbe) oder Antithrombosestrümpfe
Sie wurden in den 1970er und 1980er Jahren eingeführt. Sie sollen insb. bei frisch operierten Patienten venöse Thrombosen verhindern. Der Anpressdruck ist geringer als bei Kompressionsstrümpfen (Fesselregion 15 – 18 mmHg). Es fehlt eine Evidenz für die Wirkung dieser Strümpfe. Eine venöse Thromboembolie (VTE) kann durch Medizinische Thromboseprophylaxestrümpfe (MTPS) nicht vermieden werden. Zur medizinischen Kompression fehlt der Druck. Sie können beim Ankleiden oder durch Kompression sogar Schäden verursachen14. So gelten folgende Regeln zur Vermeidung einer Thrombose:
Frühmobilisation
Flüssigkeitzufuhr erhöhen (Hydratation)
Blutgerinnung minimieren (antiaggregatorische und antikoagulatorische Medikamenten)
In Ausnahmefälle sind Kompressionsstrümpfe sinnvoll15. Besser sind intermittierende pneumatische Kompressionsvorrichtungen oder Elektrostimulation (NMES=neuromuscular electrical stimulation device). Sieht aus wie eine Armbanduhr und stimuliert die darunter liegende Muskulatur16. Bei den intermittierenden pneumatischen Kompressionsvorrichtungen ist die Compliance (Mitwirkung des Patienten) aber häufig sehr schlecht, deshalb muss auch Folgendes geachtet werden17:
Unbehagen der Patienten mindern
Wissen und Verhalten der Angehörigen der Gesundheitsberufe steigern
Angebot und Nachfrage von Geräten verbessern
Verwendung von Richtlinien einhalten
Intensivpflegekontext berücksichtigen
Kenntnis der Patienten erhöhen.
Die Schulung des Fachpersonals ist wichtig18. So darf die Größe erst bestimmt, wenn die Beine in Rückenlage entstaut sind (mindestens 15 Minuten). Bei offenen Wunden muss aseptisch gearbeitet werden.
Strümpfe für die Arbeit
Kompressionsstrümpfe verhindern wirksam berufsbedingte Ödeme der unteren Extremitäten. Sie schwächen zudem Schmerzen und Müdigkeit ab19.
Kompressionsstrümpfe für Sport und Freizeit
Bei den Einsatzbereichen für Sport und Freizeit gelten die gleichen Regeln wie für die Arbeit. Bei allen Tätigkeiten, wo langes Sitzen oder Stehen erforderlich ist, wirken Kompressionsstrümpfe gegen Schmerz und Müdigkeit.
Kompressionsstrümpfe Laufen
Gemäß einer Studie verbessern Strümpfe mit konstanter Kompression im Bereich des Wadenmuskels die Laufleistung bei unterschiedlichen Stoffwechselschwellen signifikant. Der zugrunde liegende Mechanismus wurde jedoch nur teilweise durch eine etwas höhere aerobe Kapazität erklärt20. Andere Untersuchungen konnten den Effekt nicht belegen21.Weitere Untersuchungen zeigen eine Förderung der Regeneration. Sie mindern den Muskelkater und vermeiden die Übersäuerung bei anaerober Belastung22. Aber: Es gibt keine vergleichende Studie zu anderen Regenerationsverfahren. Daher empfehle ich weiter die Klassischen im Fokus zu haben:
Strukturlängenübungen (früher Dehnung)
Aktive Übungen
Hochlagerung zur Entlastung und zur Förderung des Abflusses
Wechselbäder und andere Kneipp-Anwendungen
Strümpfe für Diabetiker
Sowohl die Durchblutung (Mikroangiopathie) als auch die Schmerzwahrnehmung (Neuropathie) sind bei Diabetikern gemindert. Dies kann zu Folgeschäden führen. Häufig werden diese durch kleine Verletzungen ausgelöst. So kann es zum offenen Bein kommen. Das ist dann eine chronische Wunde (Ulcus cruris), bekannt als das Diabetisches Fußsyndrom. Es sind die Folgen der Vielzahl an Schädigungen an den unteren Extremitäten.
Spezielle Kompressionsstrümpfe für Diabetiker können dem entgegenwirken. Es handelt sich um Konfektionsware mit geringer Kompressionswirkung. Der Druckbereich liegt bei 18-15 mmHg. Die Strümpfe sind an empfindlichen Stellen gepolstert. Vor allem am Fuß kann das die Haut schützen. Zum besseren Erkennen von Verletzungen sind die Strümpfe weiß.
Stützstrümpfe
Stützstrümpfe gelten als veraltet. Doch es gibt noch einen klassischen Einsatzbereich: Bei vormals adipösen Menschen nach starker Gesichtsabnahme wird bandagiert oder ein Stützstrumpf angelegt.
Kompressionsstrümpfe bei Flugreisen
Insbesondere bei langen Flügen in engen Sitzreihen nimmt die Gefahr einer Blutstauung zu. Es kann sich eine Thrombose entwickeln. Studien zeigen jedoch keine eindeutige Wirkung23. Durch das Tragen kann aber die Ödembildung verringert werden. Günstig ist die Kompressionssklasse II.
Strümpfe mit Silber
Dies Strümpfe haben spezielle silberne Fasern. Das Silber erhöht den antimikrobiellen Schutz.
Kurzgefasst
Nochmal die häufigsten verwendeten Begriffe bei den Strümpfen
Antithrombose:
Antiembolie: Wird von nicht ambulanten oder postoperativen Patienten getragen, um Blutansammlungen in den Beinen zu verhindern, die zu einer Venenthrombose führen könnten.
Unterstützung: Diese sehr leichten Kompressionsstrümpfe können rezeptfrei und ohne ärztliche Verschreibung erworben werden.
Maßgeschneiderte Kompressionsstrümpfe: Nur für eine Person speziell angefertigt
Rundstrick: Die Strümpfe haben keine Naht. Das erhöht die Ästhetik
Flachstrick: Diese Strümpfe haben eine Naht. Dadurch sind sie optimal anpassbarbar.
Lymphödem: Diese Strümpfe dienen der Behandlung von Ödemen infolge des Auftretens von Lymphödemen zum Beispiel bei einer Lymphknotenentfernung.
Geschichte
Die Anwendung der Kompressionstherapie ist nicht neu. Bereits in der Jungsteinzeit (5000-2500 v. Chr.) wurden in den Zeichnungen der Höhlen von Tassili in der Sahara Bilder von Soldaten mit verbundenen unteren Extremitäten gefunden. Der Edwin Smith Papyrus aus dem Jahr 1600 v. Chr. enthielt zusätzliche Hinweise auf eine mechanische Kompressionstherapie der Beine24.
Hippokrates (460-370 v. Chr.) behandelte die Beingeschwüre seiner Patienten mit engen Verbänden, die in seinem Corpus Hippocraticum (450–350 v. Chr.) erwähnt werden.
Galen (128/131-199/216) verwendete Kompressionsverbände aus Wolle und Leinen, um Blutansammlungen in den Beinen zu verhindern.
Oribassius (326-403) behandelte Ulzera in den Beinen mit engen Verbänden
Avicenna (980–1037) Verfasser der berühmten Bücher „Buch der Genesung“ und „Kanon der Medizin“
Guy de Chauliac (1298-1368) beschrieb die Anwendung von Kompressionsverbänden zur Behandlung vergrößerter Beinvenen in seinem Buch Chirurgica Magna
Giovanni Michele Savonarola (1384–1468) gilt als Begründer der modernen Krampfadertherapie in der „Practica maior“ (Erstdruck 1479)25
Ambroise Paré (1510–1590)
Girolamo Fabrizio di Acquapendente (1537–1619) „Begründer der Embryologie“ entdeckte die Venenklappen ohne deren Funktion zu verstehen
William Harvey (1578-1657) „Entdecker des Blutkreislaufes“ entdeckte 1628 den Zusammenhang zwischen venöser Stauung und äußerem Druck. Durch diese Entdeckung kam es zur Entwicklung geschnürter Strümpfe, elastischer Bänder und feste Verbände mit Harz.
Der Berliner Arzt Rudolf Ludwig Carl Virchow (1821-1902) erkannte das wichtige Trias (Dreieck) zur Genese der tiefen Bein-Beckenvenenthrombose (veröffentlicht 1856). Es sind die Veränderungen der Blutzusammensetzung, der Venenwand (Endothel) und des Blutflusses. Beim Blutfluss ist damit eine Verlangsamung bis hin zum Stillstand (Stase) gemeint.
Im weiteren Verlauf der Geschichte wurden neue textile Materialien für die Herstellung von Kompressionsstrümpfen eingeführt. Zuerst Natur- oder Zellulosefasern (Seide, Baumwolle, Kokosnuss) und später chemische Stoffe (Acryl, Nylon, Polyester). Sehr spät wurde entdeckt, dass durch Kompression auch tiefe Beinvenenthrombose verhindert werden können. Es war am Ende des 19. Jahrhunderts. Die deutschen Phlebologen Fisher und Lasker entdeckten, wie die Anwendung des äußeren Drucks die Bildung von Blutgerinseln verhindert. Erst jetzt wurden Kompressionsstrümpfe für die Behandlung der tiefen Venenthrombose eingesetzt26.
Und noch Eines zum Schluss: Woher kommt eigentlich der Begriff „Auf die Socken machen?“ Er kommt von den Römern. Da schlüpften die Damen in leichte Schuhe, den Soccus.
„Effectiveness of manual lymphatic drainage and intermittent pneumatic compression in lymphedema maintenance therapy“Erika Mendoza und Felix Amsler. VASA European Journal of Vascular Medicine Jahrgang 52 Heft 6 November 2023 October 16, 2023 ↩︎
Kompressionstherapie Ein Überblick für die Praxis (Kerstin Protz, Knut Kröger, Joachim Dissemond) Springer Verlag, Heidelberg 2016, ISBN 978-3-662-49743-2, S. 94–95. ↩︎
Ödeme und Lymphdrainage Diagnose und Therapie Lehrbuch der Ödematologie (Ulrich Herpertz) 5. Auflage. Schattauer, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-7945-2912-4, S. 307–310. ↩︎
Postthrombotisches Syndrom: Konsequente und längerfristige Kompression mit medizinischen Kompressionsstrümpfen (Joachim Dissemond) Ulcus cruris – Genese, Diagnostik und Therapie. Uni-Med Verlag, Bremen 2007, ISBN 978-3-89599-298-8, S. 103 ↩︎
Compression Stockings for Preventing the Postthrombotic Syndrome in Patients with Deep Vein Thrombosis (Berntsen CF, Kristiansen A, Akl EA, Sandset PM, Jacobsen EM, Guyatt G, Vandvik PO) Am J Med. 2016 Apr;129(4):447.e1-447.e20 ↩︎
„Lower extremity lymphatic function predicted by body mass index: a lymphoscintigraphic study of obesity and lipedema“ (Arin K. Greene & Christopher L. Sudduth) International Journal of Obesity (2020) ↩︎
Safety and efficacy of mild compression (18 – 25 mmHg) therapy in patients with diabetes and lower extremity edema (Wu SC, Crews RT, Najafi B, Slone-Riviera N, Minder JL, Andersen CA) Compression Bulletin 24 J Diabetes Sci Technol 2012; 6: 641 – 647 ↩︎
Medizinische Thromboseprophylaxestrümpfe – Gibt es eine Evidenz? Elastic compression stockings for prevention of deep vein thrombosis – Is there any evidence? (K.Kröger, C.Diehm, C.Moerchel) Dtsch Med Wochenschr 2011; 136: 276–279 ↩︎
Prevention of Venous Thromboembolism: Focus on Mechanical Prophylaxis (Giuseppe Lippi, Emmanuel J. Favaloro, Gianfranco Cervellin) Semin Thromb Hemost 2011; 37(3): 237-251 ↩︎
Effect of compression stockings on running performance in men runners (Kemmler W1, von Stengel S, Köckritz C, Mayhew J, Wassermann A, Zapf J.) J Strength Cond Res. 2009 Jan;23(1):101-5. ↩︎
Kompression und Sport – was ist belegbar? (Helmut Lötzerich) Vasomed Fachzeitschrift für Gefäßerkrankungen. 29. Jahrgang, Viavital Verlag, Köln, Januar 2017 ↩︎
Efficacy of lower limb compression and compression treatment of manual massage and lower limb compression on symptoms of exercise-induced muscle damage in women (J. R. Jakeman, C. Byrne, R. G. Eston) J Strength Cond Res. 24(11), 2010, S. 3157–3165. ↩︎
Compression stockings for preventing deep vein thrombosis in airline passengers (Mike J Clarke, Cathryn Broderick, Sally Hopewell, Ed Juszczak, Anne Eisinga) Cochrane Systematic Review – Intervention Version published: 14 September 2016 ↩︎
„Prevention of venous thromboembolism: Focus on mechanical prophylaxis“ (Lippi, G.; Favaloro, E. J.; Cervellin, G.) Seminars in Thrombosis and Hemostasis 2011 37 (3): 237–251. ↩︎
„The history and historical treatments of deep vein thrombosis“ (Galanaud, J. P.; Laroche, J. P.; Righini, M.) Journal of Thrombosis and Haemostasis. 2013 11 (3): 402–411 ↩︎
Ich habe immer wieder Patienten mit Übergewicht in meiner Praxis, die abnehmen wollen. Doch es fällt nicht Jedem leicht. Deshalb hier ein paar Tipps für Dich?
Something is rotten
„Something is rotten in the state of Denmark.“{The Tragedy of Hamlet, Prince of Denmark}. Shakespeares hätte es nicht besser treffen können. Es kann doch nicht sein, dass in einer aufgeklärten Welt die Menschen massenweise immer fetter werden, oder? OK, es betrifft nicht nur Dänemark… Nach dem Zweiten Weltkrieg war das irgendwie verständlich. Man wollte wieder satt sein. Aber dann gleich so?
Überfluss nach Mangel
Nach Zeiten großen Mangels versucht der Organismus diesen Mangel zu kompensieren. Ein völlig normaler Vorgang. Das führte dann bekanntermaßen zu den „Wirtschaftwunderbäuchen“. Wo hört man auf, wenn man nach dem Hunger endlich wieder den Magen voll bekam. Die rote Ampel haben viele nicht gesehen. Und in den Köpfen war das schlank sein auch noch nicht so fixiert wie heute. Noch im 19. Jahrhundert galten schlanke Menschen als unterernährt. Es gab einfach nicht immer Alles und vor Allem nicht für alle!
Industrienahrungsmittel
Haben oder hatten wir gerade Mangel? Nein, wohl eher nicht. Das Gegenteil stimmt. Oder gibt es doch einen versteckten Mangel? Ich würde sagen: JA! Es gibt einen Mangel mit vielen Menschen an einem Tisch zu sitzen und gemeinsam das Essen zu zelebrieren. Kochen und Essen haben sich in der modernen Welt unglaublich gewandelt. Und nicht nur das: Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich die gesamte Lebens- und Infrastruktur geändert. Deshalb sprechen viele auch nicht mehr von Lebensmitteln, sondern von Nahrungsmitteln. Und davon wird immer mehr industriell hergestellt. Schau Dir mal den Essenstisch von früher und von heute an. Lese mal das Kleingedruckte auf den Verpackungen. Da entdeckst Du Ungeahntes! Mittlerweile gibt es eine große Zahl von Apps, mit der Du Produkte überprüfen kannst.
Statistik
Zwischen 1980 und 2002 verdoppelte sich die Fettleibigkeitsprävalenz bei Erwachsenen. Also in 22 Jahren hat sich Krankheitshäufigkeit (lateinisch praevalēre = sehr stark sein) drastisch erhöht. Also nicht nur ein wenig. Doch es kommt noch besser. In der gleichen Zeit hat sich die Zahl bei den sechs bis 19 jährigen verdreifacht{Prevalence of Overweight and Obesity in the United States, 1999-2004 (Cynthia L. Ogden, PhD; Margaret D. Carroll, MSPH; Lester R. Curtin, PhD; et al) Jama April 5, 2006}. Also soweit mal Zahlen aus den USA. Doch wir hinken der Entwicklung eigentlich nur hinterher? Ganz im Gegenteil: Mit 36 % (Deutschland) liegen wir vor den USA mit 31 %{Data extracted on 30 Nov 2019 09:30 UTC (GMT) from OECD.Stat}.
Normalgewicht – Übergewicht – Adipositas
Adipositas ist eine über das Normalmaß hinausgehende Vermehrung des Körperfetts. Die Berechnungsgrundlage ist der Körpermassenindex. Der heisst konkret Body Mass Index (BMI). Er ist der Quotient aus Gewicht und Körpergröße zum Quadrat (kg/m²). Übergewicht BMI ≥ 25 kg/m2 Adipositas BMI ≥ 30 kg/m2
Übergewicht ist ein hohes Körpergewicht und damit verbundene große Körpermasse. Die steht im Verhältnis zur Körpergröße. Es wird unterschieden in Übergewicht (Präadipositas) und schweres Übergewicht/Fettleibigkeit (Adipositas).
Der Einkaufskorb von früher
Wenn meine Großmutter einkaufte, war da nicht viel im Korb. Woher auch? Es musste gespart werden. Auf dem Land mit einer kleinen Schuhmacherei war nicht viel Gewinn zu erzielen. Doch auch bei meiner Großmutter in der Altmark war der Einkaufskorb nicht prall gefüllt. Da wären die monetären Mittel da gewesen. Aber beide Körbe waren nicht übermäßig gefüllt.
Der Supermarkteinkaufskorb entstand spät
Warum auch, das Meiste holten sich unsere Großeltern auf dem Land aus dem eigenen Garten. Und mein Vater selbst, VW-Arbeiter, kaufte noch beim Gemüsehändler, beim Bäcker, beim Fleischer, beim Fischhändler und Freitags in jedem Fall auf dem Wochenmarkt. Spezielles gab es beim Feinkosthändler oder Edeka um die Ecke. Doch da kamen schon die ersten Supermärkte auf. Meist noch keine großen Ketten, aber ein Anfang war gemacht. Ein verheerender Anfang.
Die großen Supermarktketten
Wir haben es gar nicht gemerkt. Wir gewöhnten uns so leicht daran. Der Wandel von Lebensmitteln zu Nahrungsmitteln. Immer mehr Lebensmittel werden industriell erzeugt oder verarbeitet. Schau Dir mal an, was da so alles in den Regalen steht. Und was wir von dem wirklich brauchen. Ich bin auch deshalb so schnell im Supermarkt, weil ich mich auf das Wesentliche beschränke. Hier mal eine kleine Geschichte über so ein typisches unsinniges Produkt:
Eine kleine Geschichte
Nutella, mit dem besten aus 1/3 entrahmter Milch{Dies ist seit 2011 nicht mehr auf der Verpackung}, ist ein Abfallprodukt. Entstanden, als es riesige Milchpulverberge gab. Diese entstanden als Nebenprodukt bei der Seifenherstellung. Dann machten sich Lebensmitteldesigner daran, daraus etwas zu machen. Und das ist dabei herausgekommen:
Wer mit dem Finger gern auf andere zeigt: JA! Wer etwas mehr ins Denken investiert: NEIN! Wir können den Wandel der Zeit nicht aufhalten. Wir können ihn aber gestalten. Aldi, Lidl, Penny, Edeka und andere bieten im Prinzip nur Dinge an, die nachgefragt werden. Sie sind nur Teil eines ganzen Systems. Genauso ist es bei den großen Nahrungskonzernen. Ich selber habe in meiner ersten Ausbildung bei einem solchen Konzern gelernt. Und man sollte das Kind ja nicht immer mit dem Bade ausschütten.
Tipp
Gehe niemals hungrig einkaufen!
Medizinische Möglichkeiten zum Abnehmen
Die richtige Droge
Die Industrie hat aber schon eine passende Antwort für Dich: Abnehmen mit Medikamenten. Lorcaserin ist seit 2011 auf dem Markt. Ein Arzneistoff aus der Gruppe der Serotoninagonisten. Er zügelt Deinen Appetit. In Europa wurde das Medikament 2013 vom Markt genommen. Es gab Bedenken wegen der Zulassung{Withdrawal of the marketing authorisation application for Belviq (lorcaserin)}.
Shakespeare hat es erfasst und wir verstehen es heute nicht
Zu Wissen, etwas ist falsch und dann an ebendiesen Stellschrauben nichts zu verändern, ist genauso tragisch, wie der Kampf von Marcellus. Wir können nur die Gründe erkennen. Diese basalen Stellschrauben sind:
Noch wichtiger: Essverhalten (zu viel, zu schnell, nebenbei)
Am wichtigsten: Mangel an Bewegung
Die Bewegung im Alltag jetzt und früher
Die positiven Effekte der Bewegungen sind nicht zu zählen. Es steckt uns im wahrsten Sinnen des Wortes in den Genen. Verhalten wir uns dagegen, rächt es sich. Bis noch vor ein zwei Generationen mussten wir uns ständig bewegen. Um irgendwohin zu kommen, um etwas herzustellen, um etwas zu erreichen,… Nur die Wohlhabenden konnten es sich leisten zu sitzen. Der Rest musste tagein, tagaus in Bewegung sein. Der Bauer, die Hausfrau, die Kinder und auch die Alten. Ohne Auto und Technik ist das Leben anders. Und die Autos und andere Verkehrsmittel waren zuerst auch nicht für die Personenbeförderung gedacht (gut, bis auf den wilden Westen 😉 ).
Und noch ein Hinweis: Diäten sind nur was für Abgeordnete
Interventionen funktionieren nicht. Sie können sogar gefährlich sein, wenn man sich einseitig ernähren soll. Diäten sind so eine Intervention. Sie führen den Körper in künstlichen Mangel. Und dann wundern wir uns, warum der Effekt nicht anhält. Kann er nicht. Das ist gegen das Körperprogramm. Also belassen wir die Diäten lieber den Abgeordneten 😉
Alles fängt mit dem ersten Schritt an
Ich habe schon einige Menschen bei Ihrer Gewichtsabnahme begleitet. Es ist wirklich sehr leicht. Außer es bestehen ungewöhnliche medizinische Gründe. Doch warum fällt es vielen Menschen so schwer es selber zu schaffen?
Dosierung macht das Heilmittel oder das Gift
Die Ernährungsumstellung und auch die Bewegung müssen auf Dich angepasst sein. Und Du darfst Dich damit pudelwohl fühlen. Du kannst nicht gegen Deine Natur arbeiten. Nur mit ihr wird es klappen. Alles wird also abgestimmt auf Deine Physis.
Erster Schritt: Medizinische Abklärung
Willst Du wirklich abnehmen? Dann brauchst Du zuallererst einen medizinischen Check-up. Du beginnst bei Deinem Hausarzt. Der kennt Dich ja schon eine Weile und weiß, worauf es ankommt. Mit ihm berätst Du alle weiteren Untersuchungsschritte. Auf jeden Fall gehört ein Belastungsergometer-Test dazu, idealerweise auch eine Lungenfunktionsprüfung.
Zweiter Schritt: Bewegungsanalyse
Idealerweise machst Du eine sportmedizinische Untersuchung, lässt Dich von einer erfahrenen Bewegungstherapeutin befunden und suchst eine versierte Diätberaterin auf. Es sollten Fachfrauen oder Fachmänner sein. Menschen, die keine Vollausbildung haben (Übungsleiter VHS/Sporteinrichtungen, Fitnesstrainer im Studio), sind in der Regel nicht genügend qualifiziert.
Dritter Schritt: Planung
Es gibt das Jetzt, Deinen Weg und dein Ziel. Ohne Plan ist das so, als wenn Du mit einer Schrotflinte in den Wald schießt und hoffst damit Wild zu erlegen. Schlechte Idee! Funktioniert auch in der Praxis nicht. Bei den besten Programmen kannst Du von ein bis maximal vier Kilo die Woche ausgehen. Am Anfang etwas mehr, da dann vermehrt Wasser ausgeschwemmt wird.
Ab fünf Kilo nehmen die Gefahren eher zu. Der Körper kann sich nicht anpassen und es kann zum Jojo-Effekt kommen.
Erster Tipp: Mache es in Begleitung
Die Gefahr abzubrechen oder einzubrechen ist groß, wenn Du alleine „kämpfst“. Und es fehlt Dir der „fachliche“ Austausch. Deine bisherigen Bekannten und Kollegen sind in der Regel auch keine große Hilfe. Du brauchst die besten Impulse für Deine Veränderung. Am Besten also mit Gleichgesinnten und unter fachlicher Anleitung. Der persönliche Trainer optimiert für Dich fortlaufend den Prozess.
Zweiter Tipp: Ausreichend Nährstoffe
Du darfst Deinen Körper nicht unterversorgen. Damit alle Prozesse, auch die Deiner Gewichtsabnahme, optimal laufen, benötigst Du die besten Nährstoffe. Vitamine, Mineralien und Spurenelemente braucht Dein Körper in ausreichender Menge.
Dritter Tipp: Nobody is perfect
Wenn Du zu achtzig oder mehr Prozent Deinen Trainingsplan umsetzt, dann bist Du auf dem richtigen Weg. Bei neunzig Prozent wirst Du schon ziemlich sicher Deine Zielmarke wir vorgesehen erreichen. Mach Dir also keinen Stress. Plane Woche für Woche und prüfe dann Deine Zielmarke. Ggf. ist eine Anpassung erforderlich.
Du kannst es schaffen: Nur DU!
Glaube mir, es haben schon viele geschafft. Das hilft Dir einzuschätzen, ob es überhaupt gelingen kann. JA! Doch ob Du es schaffst, das hängt ganz von Dir ab. Und, ob Du es wirklich professionell angehst. So ein wenig abnehmen mit gutem Willen und ohne Plan: Vergebene Liebesmüh, geht voll nach hinten los! Mache es mit vollem Einsatz, mache es wie ein Profi und freue Dich am Ergebnis! So wird ein Schuh draus!
Zwei Säulen Therapie
Ernährung
Alles was Gott in seiner Natur geschaffen hat, ist gut für uns. All dies kannst Du Dir zu einer leckeren Mahlzeit verarbeiten.
Achte darauf, dich möglichst vielfältig zu ernähren.
Einfach verarbeitete Lebensmittel führe Dir in beschränktem Maße zu. Hierzu gehören zum Beispiel Fette oder Öle, Mehl, Brot, Käse und Milchprodukte
Streiche alle Nahrungsmittel, welche in irgendeiner Weise industriell hergestellt werden.
Tipp
Gewinne die Kontrolle über Deinen Esstisch zurück. Einfach, ausgeglichen und wohlschmeckend!
Bewegung
Mindestens jeden zweiten Tag ausdauernde Bewegung (aerobe dynamische Ausdauer) mit 30 bis 50 % Deiner maximalen Ausdauer für mehr als 30 Minuten.
Möglichst häufig ausdauernde Bewegung wie wandern, Rad fahren oder rudern mit längerer Dauer (Stunden)
Lokales Muskeltraining wieder im Ausdauerbereich mit Kraftanteilen.
vor und nach dem Training Aufwärmung und Ausklang
Training Deiner persönlichen motorischen Defizite
Erlernen optimaler Alltags- und Gebrauchsbewegungen
Strukturlängenübungen für Deine Faszien (Dehnen nannte man das früher…)
Gleichgewicht, Koordination und Kraft zur Ergänzung Deines motorischen Programms.
Bewegung darf ab heute DEIN zweiter Vorname sein. Neben Deiner gesunden Ernährung ist nichts wichtiger als DICH zu BEWEGEN. Im Alltag, mit Freunden und zielgerichtet für Deine Gewichtsreduktion!!!
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