Physiotherapie ist funktional und kosteneffektiv bei der Beurteilung und Behandlung von Muskel-Skelett-Erkrankungen. In der Regel kommen dabei drei Komponenten zum Einsatz:
Das Sammeln von Daten in systematischen und standardisierten Prozessen liefert Erkenntnisse. Das sind empirische Belege. Alles, was offen sichtbar wird, ist evident.
Ist der Zusammenhang zwischen Maßnahme und Wirkung nachvollziehbar?
Liegen ausreichend Beweise und Erfahrungen vor?
Gibt es einen erbrachten Nachweis des Nutzens?
Dies betrifft
Durchführung: Art und Weise
Gewichtung der einzelnen Komponenten
Dies ist ein wissenschaftliches Paradigma. Der Mensch wird mechanisch betrachtet. Die individuelle Persönlichkeit spielt dabei keine Rolle.
Biopsychosozialer Ansatz
Der Mensch ist ein körperliches, fühlendes und beseeltes Lebewesen und lebt in einer ökologischen, sozialen Umwelt. Die biomedizinisch-naturwissenschaftliche Ausrichtung versucht die Ergänzung um diese Faktoren. Dies wird als evidenzbasierter biopsychosozialer Ansatz bezeichnet.
Die vorherrschende aktuelle Humanmedizin strebte die gewissenhafte, explizite und umsichtige Nutzung der aktuell besten Evidenz an. Dies führte dann zu einer Entscheidung über die Versorgung einzelner Patienten.
Im biopsychosozialen Ansatz nicht explizit integriert sind ethische Grundsätze.
Theorie und Praxis
Die überwiegende Zahl der Mitarbeiterinnen im Gesundheitswesen befürworten den biopsychosozialen Ansatz. Auch wünschen sie sich weitere Forschungen zu diesem Thema.
In der klinischen Praxis wird sie in der Regel nicht angewendet. Gründe dafür sind:
Es fehlt die Zeit
Die Arbeitsbelastung ist oft sehr hoch
Die Vermittlung der Forschung in die Praxis fehlt
Hoher administrativer Aufwand und ungenügende Kodierungssysteme
Grundsätzlich ergibt sich daraus ein Widerspruch: Der Einsatz des biopsychosozialen Ansatzes verbessert die therapeutischen Erfolgsaussichten und doch fehlen die Instrumente der Umsetzung:
geeignete Fort- und Weiterbildungen nach erworbenem Berufsabschluss
Die Ausbildung und Fähigkeit zum selbstgesteuerten Lernen
Die Überzeugung, dass Forschung und klinische Entwicklung nützlich sind
hohe Änderungsbereitschaft für effektivere Methoden
Hinderlich für die Umsetzung in die Praxis ist zudem auch die fehlende Forschung zu den Ergebnissen der Umsetzung.
Bei Steißbeinschmerzen (Coccygodynie) gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten. Einen ganzen Artikel dazu findest Du hier. Zwei typische Therapien sind die Muskel-Energie-Technik oder die des statischen Dehnens des M. Piriformis und des M. Iliopsoas. Der M. Piriformis „sitzt“ im Gesäß und kann den N. Ischiadicus beeinträchtigen. Der M. Iliopsoas ist der Hauptmuskel für die Hüftbeugung. Er zieht mit seinem „langen“ Anteil von der Wirbelsäule und kann die Funktion dort massiv beschränken.
Eine neue Studie verglich kürzlich beide Techniken{Wajeeha Zia, Muhammad Salman Bashir, Muhammad Umer Arshad, Amna Shahid: Effects of muscle energy technique and static stretching of piriformis and iliopsoas in females with coccydynia. Journal of Xi’an Shiyou University, Natural Science Edition VOLUME 19 ISSUE 01 JANUARY 2023 642-647}.
Muskel-energie-technik
Die Muskel-Energie-Technik (MET) ist eine Form der osteopathischen manipulativen Medizin. Sie wurde von Fred Mitchell, Sr, 1948 entwickelt. Er war osteopathischer Arzt.
Die Mobilisierung von Gelenken kombiniert die isometrische Anspannung von Muskeln mit anschließender Bewegungserweiterung. Bei der Isometrie wird in Bewegungsrichtung des Muskels dreidimensional gegen einen minimal dosierten Widerstand für eine bestimmte Zeit ermüdet. Die Exaktheit und Dosierung sind entscheidend für den Erfolg.
Isolierung des Zielgelenkes/der Zielgelenke bei zweigelenkigen Muskeln und/oder einer spezifischen Muskelbarriere
Gezielter dreidimensionaler Widerstand mit klarem Ziel der Bewegung von der Einschränkung in die freie Bewegungsrichtung mit „angenehmen Widerstand“
Lösung der isometrischen Spannung
Passive Bewegung in Richtung der Barriere in der postisometrischen Phase
Wiederholung bis zum gewünschten/möglichen Bewegungsumfang und/oder Schmerzreduktion
Das löst verspannte Muskeln und Faszien. Die Durchblutung und der Lymphfluss werden angeregt. Schmerzen werden gelindert. Die Funktion des Bewegungsapparates wird normalisiert.
Es ist eine „aktive“ Technik und nimmt damit eine Sonderrolle in der Osteopathie ein. Diese Technik ist kontraindiziert bei Personen mit schlechtem Energiezustand, Frakturen, erheblichen Gelenkerkrankungen oder kürzlich erfolgten Operationen.
Statisches Dehnen
Beim statischen Dehnen die Dehnposition langsam eingenommen und über mehrere Sekunden (bis Minuten) beibehalten. Auch diese Methode kann sowohl aktiv als auch passiv erfolgen. Der Vorteil des statischen Dehnens ist die meistens gute Kontrolle der Stellung.
Studie
Zweiundfünfzig Teilnehmerinnen wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt
26 Muskel-Energie-Technik
26 Statisches Stretching
Beide Gruppen erhielten 10 Sitzungen in zwei Wochen.
Ergebniss
Die Muskel-Energie-Technik ist im Vergleich zur statischen Dehnungsmethode effektiver.
Reduzierung von Schmerzen auf der numerischen Skala von 0 bis 10: Dehnung 6.84 zu Muskel-Energie-Technik 4.48 und auch bei der zweiten Skala (Modified Dallas Pain Questionnaire) ähnlich
Steigerung Sitzdauer Dehnung 49.68 zu Muskel-Energie-Technik 87.04
Hinweis
Physiotherapeutinnen wenden in der Praxis grundsätzlich keine statische Dehnung als Einzelanwendung für eine solche Fragestellung an. Eine statische Dehnung wird von Fachfrauen und -männern immer eingeleitet und durch weitere Techniken (zum Beispiel tiefe Querfriktion) begleitet.
In meiner Praxis in Deutschland absolvierte ich auch Hausbesuche. Auf der Pflegestation einer wirklich hochpreisigen Seniorenresidenz musste ich aber mein Angebot einstellen. Mir wurde von der Stationsleitung die Mobilisierung der Patienten untersagt. Die Begründung war: „Dann können die Patienten womöglich auch alleine aufstehen.“
Ich bin froh, von diesen Zuständen nur noch zu hören. Weiterhin interessieren mich aber Studien über die Wirksamkeit von Bewegung bei Älteren, Gebrechlichen und Menschen mit Handicap, hier eine über die Wirksamkeit bei Demenz:
Die leichte kognitive Beeinträchtigung gilt als Vorstufe der Demenz. 10-15 % gehen jährlich in eine Demenz über. Bei Demenz und auch schon der Vorstufe kommt es zum kognitiven und funktionellen Abbau. Es steht mit über weiteren 100 Krankheiten in Verbindung. Weltweit haben etwa 55 Millionen Menschen Demenz. Die Demenz ist nicht heilbar. Es gibt nur eine begrenzte Linderung der Symptome. Sie führt zu einer Verzögerung der Krankheitsentwicklung.
Das öffentliches und wissenschaftliches Interesse an den potenziellen Vorteilen von Yoga für ältere Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI) und Demenz steigt.
Yoga ist eine Körper-Geist-Praxis. Sie wirkt positiv auf die Gesundheit. Zudem wird Wohlbefinden gesteigert. Älterer Menschen profitieren besonders. Yoga mit seinen Geist-Körper-Praktiken beinhaltet:
Rezitieren von Mantras (Singen von heiligen Silben aus dem Sanskrit)
Visualisierungen
Die Übungen werden den Fähigkeiten der Praktizierenden angepasst. Für ältere empfiehlt sich zum Beispiel das Üben im Sitzen. Durch Yoga kommt es unter anderem zu einer Verbesserung von:
Muskelkraft und -ausdauer
Koordination und Gleichgewicht
Flexibilität und Geschmeidigkeit
Mobilität, Gang und Transfer
Kardiovaskulärer Gesundheit
Schlafqualität
Psychischem Wohlbefinden
Lebensqualität
Es erhöht die funktionelle Unabhängigkeit und das psychosoziale Wohlbefinden älterer Menschen.
Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit* {Diana Karamacoska, Tiffany Tan, Danielle C. Mathersul, Angelo Sabag, Michael de Manincor, Dennis Chang & Genevieve Z. Steiner-Lim: A systematic review of the health effects of yoga for people with mild cognitive impairment and dementia. BMC Geriatrics volume 23, Article number: 37, 2023} beschäftigt sich genauer mit der Wirkung von Yoga bei Demenz. Die Studie wurde an der bekannten Western Sydney University erarbeitet. Es wurde nach Auswirkungen auf die kognitive, geistige und körperliche Gesundheit gesucht. Dabei wurde auch auf die Sicherheit und Qualität der Studien geachtet.
*Bei einer Übersichtsarbeit wird eine ausführliche Recherche in den wissenschaftlichen Datenbanken wie PubMed und andere durchgeführt.
Von 1431 erfüllten zehn Studien (421 Teilnehmern) die Einschlusskriterien:
In vier Studien wurden Kundalini Yoga und Stuhl-Yoga eingesetzt
In zwei Studien kam Hatha Yoga zum Einsatz
Die Programme liefen in der Regel über 12 Wochen. Sie verglichen Yoga mit einer Kontrollgruppe. Die meisten Studien berichteten über eine Verbesserung von Kognition, Stimmung, Sicherheit und Gleichgewicht. Diese Wirkungen wurden jedoch durch das hohe Risiko der Verzerrung beeinträchtigt. Dies wurde in den einzelnen Studien auch aufgeführt.
Fazit
Yoga ist sicher und vorteilhaft für das Wohlbefinden von Menschen mit kognitiver Einschränkung oder Demenz.
Sie suchten nach Studien, die den Zusammenhang zwischen Yoga und
Blutdruck (systolisch/diastolisch)
Blutfettwerten (LDL-Cholesterin)
Langzeitblutzucker (Hämaglobinwert HbA1c)
Body Mass Index (BMI)
Die Untersuchungen wurde nach strengen Kriterien durchgeführt. Die Wahrscheinlichkeit der Richtigkeit (Konfidenzintervall) ist mit 95 % hoch.
Ergebnisse
64 Studien mit insgesamt 16.797 Teilnehmern wurden in die Meta-Analyse aufgenommen. Yoga veränderte die Werte wie folgt:
Blutdruck
Der systolische Blutdruck sinkt um 4,56. Die Streubreite reicht von 2,75 bis 6,37. Der diastolische Blutdruck sinkt um 3,39. Hier liegt die Streubreite bei 1,76 bis 5,01.
Der reguläre Blutdruck ist mit systolisch 120 und diastolisch 80 mmHG als Norm angegeben.
BMI
Der Bodymaßindex verringerte sich um 0,57. Die Streubreite liegt bei 1,05 bis 0,10.
BMI wird wie folgt erstellt: Körpergewicht (in Kilogramm) geteilt durch Körpergröße (in Metern) zum Quadrat: Die Einheit des BMI ist folglich kg/m2. Beispiel Größe 1,80 Meter und 80 Kg Körpergewicht:
BMI = 80 Kg : 1,802
BMI = 80 Kg : 3,24
BMI = 24,69
Blutzucker
Das Hämaglobin mit der Eiweißbindungsstelle A1c* für Blutzucker wird kurz HbA1c genannt. Es sinkt -0,14. Die Streubreite liegt bei -0,24 bis -0,030.
*Es gibt noch andere unspezifische Varianten. Zum besseren Vergleich hat man sich international auf diesen spezifischen Wert geeinigt.
Der HbA1c-Wert wird als prozentualer Anteil am Gesamthämoglobin angegeben. In der Norm ist er 5,7 %. Ab 6,5 % liegt ein Diabetes mellitus vor. Diese roten Blutkörperchen (Erythrozyten) werden durchgehend vom Knochenmark gebildet. Sie mittlere Lebensdauer ist acht bis zwölf Wochen. Mit dem HbA1c wird somit der Langzeitzuckerwert ermittelt.
Fettwerte
Das Low-Density-Lipoprotein-Cholesterins (LDL-C) sinkt um -7,59 mg/dl. Die Streubreite liegt bei -12,23 bis -2,95.
LDL transportiert vom Körper selbst gebildetes Cholesterin von der Leber zu den Geweben und zirkuliert im Blut für circa fünf Tage. Der Normbereich für LDL-Cholesterin liegt bei 70 und 180 mg/dl.
Fazit für die Prävention
Yoga wirkt positiv auf Blutdruck, BMI, die Blutfettwerte und den Blutzucker. Die Veränderungen sind moderat. Yoga ist somit ein geeignetes Mittel für die Prävention von Herz- und Kreislauferkrankungen.
*Der Baroreflex hält den Blutdruck stabil. Bei diesem Mechanismus wird bei einer Erhöhung des Blutdruck die Herzfrequenz gesenkt. Das mindert den Blutdruck. Ist der Blutdruck niedrig steigt die Herzfreuquenz.
Vasovasale Synkopen: Sie werden veringert{„Yoga for the Mind, Body, and Autonomic Nervous System Moss, Joshua.“Clinical Cardiology Alert; Atlanta Bd. 41, Ausg. 4, Apr 2022} bei niedrigerem Blutdruck.
Chronische Schmerzen des Steißbeins können viele Ursachen haben. Dabei sind Einige schwieriger in der Therapie als Andere. Entsprechend der Ursachen gibt es eine Reihe von Therapien.
Inhaltsverzeichnis
Das Steißbein (Os Coccygeus) ist ein Knochen unterhalb des Kreuzbeines (Os Sacrum). Das Kreuzbein und das Steißbein sind verknöcherte Wirbel. Sie verlängern also die Wirbelsäule nach unten. Früher hatten die einzelnen Steißbeinwirbel auch noch die Aufgabe den Schwanz zu bilden. Entsprechend gibt es auch noch Muskeln und Bänder zum Bewegen des Steißbeines. Diese Muskeln haben heute keine Funktion, spielen aber bei der energetischen Arbeit im Wurzelenergiezentrum (Muladhara-Chakra) eine wichtige Rolle.
Lateinisch heißen die chronischen Schmerzen am Steißbein Coccygodynie. Sie treten im Bereich der nervalen Versorgung des sacralen Nervengeflechtes (Plexus pundendus) auf.
Hauptbahnen des Nervus Pudendus bei der Frau (vereinfachte schematische Darstellung)
Der Unterabschnitt des Lenden-Kreuz-Geflechts (Sacral 1–4)wird auch als Plexus pudendus bezeichnet. Der Nerv verläuft in der Beckenhöhle nach vorne unten in Richtung Beckenboden und durch das große Beckenloch (Foramen infrapiriforme) in den Schambereich(Canalis pudendalis/Alcock-Kanal). Er steuert motorisch und vermittelt sensible Sinneseindrücke.
Die meisten Betroffenen klagen über Schmerzen beim Sitzen, beim Stuhlgang und/oder beim Geschlechtsverkehr. Es sind meistens Frauen betroffen (80%).
Ursachen
Typische
Die klassischen, typischen Ursachen für Schmerzen am Steißbein sind:
Schlecht verheilte Verletzungen
Frakturen
Angeborene Fehlbildungen
Basale Bandscheibenvorfälle
Tumore
Mechanische Überlastung (nach Geburten oder Unfällen)
Chronische Verstopfung
Erkrankungen der Ansatzsehnen der Muskeln des Beckenbodens oder der Beckenorgane
Bei Schmerzen mehr aus dem Gesäß sollte man an Überbelastungen durch Sportarten mit Trittbewegungen wie Fußball denken. Der Muskel Obturator internus kann bei solchen Belastungen anschwellen.
Adipositas ist ein Risikofaktor und so sind mehr übergewichtige Menschen betroffen.
Ohne erkennbaren Grund
Häufig ist aber keine nachweisbare Ursache vorhanden. Dann werden die Beschwerden als idiopathisch bezeichnet. Erfahrungsgemäß wurden alte Verletzungen, Überbelastungen und sogar auch Frakturen häufig nicht bewusst wahrgenommen. Und noch ein weiterer, tiefer liegender Faktor spielt hier eine Rolle. Es sind die Erkenntnisse aus der Erforschung des chronischen Beckenschmerzsyndroms (CBSS):
Beckenschmerzsyndrom
In den letzten Jahren wurden auch vermehrt tiefer liegende Zusammenhänge hergestellt{Mag. Heidi Halbedl: Mindfulness-based Bodyscan-Training in der Beckenboden-Physiotherapie bei provozierter Vulvodynie. Eine Machbarkeitsstudie 2022}.
Beckenboden
Muskeln vor allem der Beckeninnenseite
M. obturator internus
M. Piriformis
M. Iliopsoas
Beckenorgane
Beckenknochen
Geschlechtsorgane
Dabei spielt das Verstehen von Chronifizierungen eine wichtige Rolle. Diese sind gekennzeichnet durch eine gesteigerte Sensibilisierung. Ein schmerzfreier Stimulus wird dann als schmerzhaft wahrgenommen und es treten noch weitere Folgen auf:
Ausweitung des Schmerzgebietes
Längere Schmerzwahrnehmung
Auftreten von spontanen Schmerzen
Zur besseren Verständlichkeit ist es daher wichtig, die Schmerzverarbeitung besser zu verstehen. Ein Schmerzempfinden ist nicht nur eine sensorische Wahrnehmung. Ein wichtiger Faktor sind die emotionalen Verarbeitungszentren. Schon negative Gedanken beeinflussen den Schmerz. Es genügt schon ein ängstlicher Gedanke, um Schmerzen hervorzurufen. Verhaltensmuster mit emotionalen Schwierigkeiten können sehr tief eingreifen.
Diagnose
Die klinische Diagnose enthält eine Reihe von Untersuchungen:
Letztes Mittel: Operative Entfernung des Steißbeins.
Ich persönlich arbeite vorwiegend mit der craniosacralen Therapie und insbesondere dem Einsatz des somatoemotionalen Releases. Dies immer auf Basis einer exakten Befunderhebung.
Es zeigt sich, dass sich der Einsatz komplementärmedizinischer Verfahren bei vielen Klientinnen zu guten Ergebnissen führt. Es sind Disziplinen und Methoden, welche auf alternativen Modellen der Entstehung von Krankheiten und deren Behandlung. Sie stehen in Ergänzung zur Schulmedizin.
Stress verursacht seelische Anspannungen. Durch die untrennbare Einheit von Geist und Körper entstehen auch körperliche Spannungen. Zur Reduzierung von körperlichen Spannungen ist es erforderlich, die geistigen Spannungen zu lösen. Yoga ist eine jahrtausendealte Methode und bietet viele Techniken zur effektiven Behandlung. Besonders wirksam zeigt sich Yoga bei der Verbindung von körperlichen und geistigen Beziehungen.
Körperhaltungen und Atemtechniken wirken auf:
Muskelkraft
Flexibilität
Koordination
Ausdauer
Durchblutung
Sauerstoffaufnahme und -verarbeitung
Entspannung / Harmonisierung
Nervensystem und Hormonfunktion
Die Übende wird widerstandsfähiger gegen Stress und Disharmonien. Zudem schützt es vor Krankheiten, da es die Risikofaktoren senkt. Dies gilt zum Beispiel für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Was ist Stress?
Eustress
Stress ist eine natürliche psychologische und physische Reaktion auf die Herausforderungen des Lebens. Stress ist im Rahmen lebenserhaltend und gesundheitsfördernd. Dieser wird als Eustress bezeichnet. Das Eu ist ein vorangestelltes Wortbildungselement mit der Bedeutung: gut, wohl, schön, echt. Es wird medizinisch auch verwendet für eine normale Ausbildung oder gesund. Es stammt aus dem altgriechischen εὖ. Das Wortelement wird bei vielen anderen Wörtern verwendet:
Positiver Stress fördert nicht nur die Gesundheit. Er ist zugleich auch motivierend. Er ist die Triebkraft für unsere Leistungen.
Distress
Das vorangestelltes Wortbildungselement mit der gegenteiligen Bedeutung ist Dis. In Verbindung mit Stress ergibt sich der gesundheitsschädigende Disstress. Wie auch beim traumatisierenden Erlebnissen fehlt hier die Schwelle, die erst überschritten sein müsste. Stress kann schon bei fast belanglosen Dingen entstehen:
das Stehen im Stau
das Einhalten von Fristen
Bezahlen von Rechnungen
Folgen von Distress
Typische Auswirkungen sind
Arterielle Hypertonie
Muskelverspannungen
Kopfschmerzen
Konzentrationsschwäche
Erschöpfungsgefühl
Verdauungsbeschwerden
Stress ist sehr wichtig für uns
Aus der Entwicklungsgeschichte ergibt sich aber ein durchaus positives Bild für den Distress. Denn es ist ein wichtiges Alarmsystem. Es dient dem Erkennen und Handeln bei einer Notsituation. Es werden dann sehr hohe Mengen von Hormonen in Ihren Körper ausgeschüttet, die Herzfrequenz und der Blutdruck werden deutlich erhöht. Die ist eine eingebaute „Kampf-oder-Flucht“-Reaktion kann uns das Leben retten.
Das Stresssystem ist kalibriert
Sowohl für den Körper als auch für das Empfinden ist eine Stresswelle nicht problematisch. In der Regel ebbt der Zustand relativ schnell wieder ab. Problematisch wird es für den Organismus erst, wenn das Alarmsystem falsch kalibriert ist. Kalibrieren ist das Einstellen der Stressschwelle, der Stressintensität und -art sowie das Relaxieren nach einem Stresserlebnis.
Wir reagieren also zu schnell und zu intensiv und/oder der für uns ideale Ruhezustand kann also nicht erreicht werden.
Es gibt also nicht nur einen Haupt-Faktor für das Stressmanagement:
Die Widerstandsfähigkeit gegen äußere „stressende“ Faktoren. Beispiel: Bei der Nutzung von Smartphones signalisieren die Geräte eingehende Nachrichten. Unterschiedliche Menschen reagieren sehr verschieden. Bei einigen kommt es zu keiner Reiz-Reaktion, bei anderen entsteht quasi ein Zwang zu einer Handlung.
Das Zurücksetzen nach einer Reiz-Reaktions Kaskade und das rekalibrieren des Systems in den Ruhezustand. Beispiel: Eine Information erregt die Aufmerksamkeit. Unterschiedliche Menschen benötigen unterschiedlich lange die Aufmerksamkeit zu lösen.
Stress ist erlernt
Den wenigsten Menschen ist bekannt, dass diese „automatische“ Reaktion nicht wirklich vollautonom ist. Sie unterliegt mehr in einem großen Teil unseren Lernerfahrungen. Schon allein das Wissen um Stress und seine Folgen verändert unser Verhalten gegenüber Stress.
Entstressen
Wir können aber durchaus weit mehr machen für unser Stressmanagement:
Gesundes Essen und ausreichendes Trinken unterstützen den Organismus. Durch ausreichend Nährstoffe und genügend Flüssigkeitsvolumen verändert sich die Stimmung positiv.
Ausreichende und regelmäßig Bewegung an der frischen Luft unterstützt den Organismus und führt zu körperlichen und geistigen Wohlbefinden.
Koffein und andere anregende Stoffe sollten nur in Maßen genossen werden.
Sich für sich selber intensiver durchsetzen. Dabei kann jeder zwei Maßnahmen lernen:
Nein sagen zu Aufgaben und Tätigkeiten, die uns belasten und für uns eine Bürde darstellen
Stopp sagen bei Übergriffen und Respektlosigkeit
Sich selbst als Vermögen wahrnehmen und dieses Vermögen zu versorgen und unterstützen
Die Veränderung der Sichtweise von einer außen fokussierten zu einer mehr nach innen fokussierten Betrachtung.
Die Entwicklung einer wertebasierten Sichtweise auf das Leben und die Gesellschaft.
Eigenen Ziele auf ein realistisches Maß reduzieren. Schon im Vorfeld erkennen, wann uns Dinge Stress bereiten würden und frei entscheiden, welchen Stress wir uns bereiten wollen.
Yoga üben und Entspannungstechniken praktizieren. Neben den Körperhaltungen und Atemübungen spielen im klassischen Yoga ethische Regeln einen wichtigen Stellenwert. Sehr gute Effekte haben insbesondere das Achtsamkeitstraining und die Meditation.
Bei Stress und auch sonst: YOGA
Yoga kann in besonderer Weise Körper, Geist und Seele vereinen. Dieser Vorteil von Yoga kann zur spirituellen Entwicklung oder zur Stressbewältigung oder zum körperlichen Wohlbefinden eingesetzt werden. Die Wirkungen und Vorteile sind umfangreich{Bhavisha Verma: Role of Yoga in Reducing Stress. PDF 2023}:
Förderung der Motorik:
Flexibilität und Geschmeidigkeit
Koordination und Gleichgewicht
Ausdauer
Kraft
Befinden
Angst und Stress werden reduziert
Gesunder Schlaf wird gefördert
Stresshormone sind geringer (Cortisol)
Verringerung medizinischer Probleme
Allergien
Asthma
Blutdruck
Herzfrequenz
…
Geringere Suchtneigung
Mehr positive Gefühle bei gleichzeitiger spiritueller Entwicklung
Verlangsamung der Alterungsprozesse
Yoga ist kein einheitliches Programm. Es gibt viele verschiedene Yogarichtungen. Die Übungsdauer kann unterschiedlich lang sein. Ein Basisprogramm mit 15 bis 20 Minuten ist durchweg für einen Einsteiger ausreichend und führt zu den beschriebenen Effekten. Bei allen Wegen ist die grundlegenden Zielsetzung immer die Stimmung zu verbessern, mehr Achtsamkeit zu gewinnen und eine bessere Empfindung für das Selbst zu bekommen.
Mechanismen von Yoga
Die Regulierung und Vertiefung der Atmung hat weitreichende Auswirkungen. Sie wirkt körperlich, so sinkt beispielsweise der Blutdruck und die Herzfrequenz. Sie wirkt mental und kann beispielsweise Stress und reduzieren.
Yoga löste und aus der Projektion der Vergangenheit und Zukunft in das Hier und Jetzt. Dies erhöht die Achtsamkeit für das Selbst.
Durch die Verbesserung des Schlafes sind wir erholt und haben mehr Reserven für die täglichen Anforderungen.
Bewegung ist elementar für die Unterstützung aller körperlichen Prozesse. Sie ist aber auch für alle somatoemotionalen Prozesse grundlegend wichtig. Schon eine einfache Verspannung kann das Befinden deutlich mindern.
Der Flow einer Übungseinheit mit Musik oder Mantren intensiviert das Jetzt und Hier Gefühl in einer großen Harmonie. Diese Erfahrung manifestiert sich zunehmend im Organismus und wird als neue Kalibrierung systemisch genutzt.
Die Sturzprävention bei Menschen mit Gebrechen oder bei Älteren ist nicht ausreichend im medizinischen Fokus. Deshalb untersucht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit zwei Jahren diese Fragestellung genauer. Die Sturzprävention ist somit eine wichtige neue Priorität und dies hat sehr gute Gründe: Sie ist eine der Hauptursachen für
Schmerzen
Behinderungen
Verlust der Unabhängigkeit
Tod
Durch die Verletzungsfolgen sind Stürze die zweithäufigste Todesursache. Aber auch die Zahl der bleibenden Behinderungen ist mit 38 Millionen behinderungsbedingte Lebensjahre (disability-adjusted life years) verloren. Das Risiko für eine notwendige Langzeitpflege zu benötigen sowie Heimunterbringung ist groß. Interessant ist, dass Stürze eine soziale Komponente haben: mehr als 80 % der Betroffenen haben ein mittleres bis niedriges Einkommen{M Graça: Prevention of falls in the elderly: physical therapy strategies. Revista de Investigação & Inovação em Saúde, 2022}.
Zu den persönlichen Konsequenzen gibt es auch wichtige gesellschaftliche Folgen. Die finanziellen Kosten sind erheblich und steigen weltweit. Aktuell leben über eine Milliarde Menschen mit einem Alter von über 60. Bis zum Jahr 2030 wird sich die Zahl auf 1,4 Milliarden erhöhen und bis 2050 verdoppeln. Die Zahl der Menschen mit einem Alter von über 80 wird sich verdreifachen. Schon jetzt werden die Kosten für schwere Stürze auf 37,3 Milliarden geschätzt.
In der Praxis gibt es mittlerweile eine große Übereinstimmung der empfohlenen Maßnahmen:
Risikostratifizierung
Stratifikation ist das Abschätzen der Höhe des Risikos. Es stammt von dem lateinischen Begriff stratum für Schicht und facere für machen. Es werden also Schichten gebildet der verschiedenen Risikogruppen. Die fortschreitende Minderung wird den möglichen Folgen zugeordnet. Dies können Komplikationen, Behinderungen oder der Tod sein. Ein individuelles Risikoprofil kann so mittels mathematischer Verfahren schnell erstellt werden.
Tests
Es gibt viele Tests zur Beurteilung von Gang und Gleichgewicht. Mittels dieser können individuelle Minderungen exakt bestimmt werden. Auf dieser Basis können dann Bewegungs- und Übungsprogramme erstellt werden.
Inaktivität spielt eine Schlüsselrolle für die Sicherheit durch die neuromotorischen Mechanismen, welche für die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts erforderlich sind.
Physiotherapie
In den letzten Jahrzehnten hat die Evidenz zur Spezifität physiotherapeutischer Übungen für ältere Menschen mit identifiziertem Sturzrisiko gezeigt. Es gibt deutliche und positive Auswirkungen auf das Gleichgewicht. Das vermindert eindeutig das Sturzrisiko. Dabei sind die Übungen abwechslungsreich. Es werden verschiedene motorische Zielsetzungen (Kraft, Ausdauer, Tempo, Flexibilität, Koordination) angestrebt und dabei Übungen mit gezielten Gleichgewichtsanforderungen verbunden. Die propriozeptiven Anteile zur Stärkung der Wahrnehmung nehmen einen hohen Stellenwert ein.
Einen besonderen Stellenwert erhält die Propriozeption. Der Begriff stammt aus dem lateinischen proprius für eigen und recipere für das Aufnehmen. Es bezeichnet damit die Wahrnehmung des eigenen Körpers im Raum sowie den Stellungen von Kopf, Rumpf und Gliedmaßen zueinander. In ihr werden auch die Veränderungen in der Bewegungen erfasst. Dazu zählen Empfinden für Schwere/Leichtigkeit, Spannung/Schlaffheit, Kraft/Energie, Geschmeidigkeit/Flexibilität und Geschwindigkeit/Tempo.
Im persönlichen Umfeld müssen alle möglichen Maßnahmen ergriffen werden, welche die persönliche Sicherheit erhöhen. Angefangen von einfachen Handgriffen bis zu komplexen Sicherheitsmaßnahmen wie zum Beispiel ein Treppenlift sollen alle täglichen und nächtlichen Umgebungsbereiche zu einer hohen Sicherheit beitragen.
Alle körperlichen Unterstützungen von einer guten Sehhilfe bis zu gutem Schuhwerk sind maßgebend für die Sicherheit im Alltag. Dies gilt auch und insbesondere für die Kleidung. Sie soll die Beweglichkeit fördern und nicht behindern.
Überwachung der Osteoporose
Vornehmlich Frauen neigen zu einer Abnahme der Knochenfestigkeit im Alter. Dies muss regelmäßig überprüft werden.
Fazit
Die Sturzprophylaxe ist kein Wunderwerk. Vielen älteren und gebrechlichen Menschen könnte mit wenig Hilfe viel Unterstützung zuteil werden. Leider fehlt im praktischen Alltag der Fokus sowohl in Einrichtungen als auch beim medizinischen Fachpersonal.
Bei älteren und gebrechlichen Menschen sollte es zum Standard gehören, das Sturzrisiko zu ermitteln und mit geeigneten Maßnahmen zu schützen.
Was ist die Kunst der Therapie? Sie ist die Bezeichnung für die höchste Kompetenz, die eine Therapeutin erreichen kann. Grundlegend wird umfassendes Fachwissen benötigt. Darüber hinaus gibt es noch viele Rahmenfaktoren. Sie spielen eine entscheidende Rolle. Ich zeige acht wichtige Punkte auf.
Inhaltsverzeichnis
8 Punkte
1. Qualität
Qualitätssicherungssysteme im Gesundheitssystem mit oder ohne Siegel sind Sicherungen gegen Qualitätslecks in einem Ablaufplan. Besser ist ein beständiges Monitoring durch eine Fachkollegin. Idealerweise wird durch Supervision und/oder Gruppentreffen die Ziele und Maßnahmen bei einzelnen Kolleginnen erörtert. Therapeutinnen nutzen solche Feedbacksysteme proaktiv.
2. Individuum
Codierungen im Gesundheitssystem dienen betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten. Für die Diagnose und Therapie sind sie nicht förderlich. Individuelle Personen mit gleicher Grunderkrankung haben Unterschiede in der Diagnose. Die Therapie muss das Individuum als auch die diagnostischen Feinheiten widerspiegeln.
3. Wissenschaft
Die wissenschaftliche Belegbarkeit gilt für bestimmte Therapien in Bezug zu einer Größe an Menschen. Sie sind nicht eins zu eins auf jeden Menschen anwendbar (erfahre mehr über individuelle Einflussfaktoren in meinem Artikel „wirksame Alternativen in der Traumatherapie„).
Wissenschaftliche Belegbarkeit
Wissenschaftliche Arbeiten dienen der Steigerung des gesicherten Wissens. Ich nutze diese in meinen Artikeln und in meiner täglichen therapeutischen Tätigkeit. Sie zeigen die Wirksamkeit verschiedener Anwendungen in der Therapie. Das Gelernte wird bewertet und in den Kontext des vorhandenen Wissens gestellt. Die Anwendung muss individuell geprüft werden.
Zu berücksichtigen ist auch, daß 68 Prozent der Forschung und Entwicklung in den OECD-Ländern durch die Industrie übernommen werden{Science Check in der Higgs Zeitschrift}.
4. Behandlungsschemata
Behandlungsschemata sind grobe Orientierungshilfe für die Berufsanfängerin. Mit Hilfe einer Fachkollegin wird ein solches Schema angepasst. Ziel eines Schemas ist die Verfeinerung und Differenzierung.
5. Personal
Ein Personalwechsel bei Urlaub und Krankheit ist teilweise nicht vermeidbar. Dies gilt aber nur für wirklich notwendige Therapien. Dann sollte eine persönliche Übergabe erfolgen in der idealweise beide Therapeutinnen gemeinsam therapieren.
Wie auch in anderen therapeutischen Bereichen sollte nach zwei oder drei Terminen eine Behandlungsvereinbarung getroffen werden. Ein Abbruch kann nur in gegenseitigem Einvernehmen statt finden.
6. Diagnose und Befund
Eine Behandlung auf Basis einer Heilmittelverordnung oder eines Rezepts ist nicht fachgerecht. Jede Patientin hat Anspruch auf einen Befund. Neben den technischen Daten ist ein ausführliches Gespräch wichtig. Hierbei werden verschiedene Kontexte, wie zum Beispiel auch psychosomatische oder psychosoziale, mit einbezogen. Es sollte für die Therapie ein Raum geschaffen werden, in dem sich die Patientin sicher und geborgen fühlt.
Die Befundaufnahme kann durchaus mehr als einen Termin beanspruchen. Re-Befundungen sichern den Therapieverlauf. Im Abschlussbefund wird erfasst, welche Ziele erreicht wurden.
7. Fehler auf der Verordnung
Nicht selten wird in einem Befund ein von der Verordnung abweichender Zustand festgestellt. Das erfordert eine entsprechende Information zur Ärztin oder anderem Fachpersonal. Es werden die datenschutzrechtlichen Notwendigkeiten berücksichtigt. Informationen der Patientinnen unterliegen der absoluten Verschwiegenheit.
8. Zeit
Eine Therapieeinheit benötigt schon aus rein motorischen Gründen mindestens 60 Minuten. Aber auch andere Verfahren sind nicht schnell und sicher durchzuführen.
Lehr- und Lernverfahren
Viele Patientinnen fühlen sich in der Therapie nicht verstanden. Vielleicht ist Dir das auch schon mal so gegangen. Die Gründe dafür sind sehr einfach: Jeder blickt aus seinem Winkel und erklärt ein und Dasselbe ganz unterschiedlich. Die Mediziner schauen auf die medizinischen Parameter, die Therapeutinnen auf objektive Daten, und die Patientin erlebt das eigene Empfinden.
Da liegt es fast schon in der Natur der Sache, dass es hier zu Differenzen kommt. Kommen dann noch Fehler in der Vermittlung von Informationen dazu, wird die Schräglage noch größer. Und nicht selten fallen sprichwörtlich Patientinnen einfach „hinten runter“. Ich setze mich deshalb für mehr Kompetenz in der Diagnose und Therapie ein:
Die Aussage von Patientinnen ist vollumfänglich aussagekräftig, wenn die Therapeutin ihre Sprachkompetenz entsprechend ausbildet.
Es gibt viele geeignete Fragetechniken und Erklärungsmodelle, die Therapeutinnen erlernen können.
Kommunikationskompetenz in der Diagnose und Therapie
Die Erwartung von Patientinnen fachlich korrekt geführt zu werden ist absolut verständlich.
Therapeutinnen können geeignete Lehr-/Lernverfahren erwerben.
Von einer Patientin kann ich nicht erwarten, dass sie subjektive Empfindungen objektiviert. Du siehst weiter unten, warum das auch gar nicht möglich ist. Du brauchst in der Therapie, in der Übung und im Training nur die Bereitschaft, Dich auf eine therapeutische Reise einzulassen. Und nicht wenige Patientinnen berichten mir, dass ihnen das ganz neue Lebensräume erschlossen hat.
Subjekt und Objekt
Das subjektive Empfinden, die objektive Wahrnehmung und die medizinischen Parameter stehen in einer Beziehung. Aber wir können sie nicht gleichsetzen. Diesen Fehler machen nicht nur Laien, sie ist besonders auch bei Gesundheitsprofis zu beobachten.
REINER SCHWOPE
Entwickelt wurde das Modell für Patientinnen mit Herz-/Kreislauferkrankungen. Ich nenne es die therapeutische Triangel. Das Grundprinzip ist für jede Therapie, Gymnastik, Übung oder Training geeignet. Ich erkläre Dir erstmal, wie es bei Patientinnen mit Herzerkrankungen eingesetzt wird.
Es besteht grundsätzlich die Schwierigkeit das subjektive Empfinden zu den objektiven Wahrnehmungen (und medizinischen Parametern) einzustufen. Deshalb brauchte es ein Mittel genau das zu tun. Wir nutzen Befragungen und Skalen. Nicht selten führen Patientinnen auf Empfehlung ein Tagebuch ihrer Empfindungen. Das erhöht die Informationsdichte für die Therapeutin deutlich.
Bei einem Ausdauertest und/oder Ausdauertraining wird nach einer bestimmten Zeit (meistens sechs oder zehn Minuten) gefragt, wie anstrengend das ist. Die meisten kennen bestimmt den Ausdauertest auf einem Standfahrrad (Ergometer). Zur Beurteilung der Anstrengung hat sich hier die Borg-Skala bewährt:
Bei einem großen Querschnitt gesunder Menschen multiplizierst Du einfach mit zehn, und Du hast die wahrscheinliche, dazu passenden Herzfrequenz. Diese lässt sich auch noch einfach messen, indem der Puls getastet wird oder eine Manschette Blutdruck und Pulswert misst.
Die objektive Therapeutin kann nun Messungen durchführen:
Herzfrequenz
Laktat im Blut: Das ist die Milchsäureausschüttung bei Energieproduktion ohne Sauerstoff
Blutdruck
Atemfrequenz
Atemtiefe
Sauerstoffsättigung
Messung und Aufzeichnung von Parametern der Lungenfunktion (Spirometrie)
Ergänzend nimmt die Therapeutin andere sichtbare Zeichen auf:
Hautdurchblutung/Schwitzen
Atemtechnik/Sprechvermögen
Bewegungsausführung
Das subjektive Empfinden der Patientin und die objektive Wahrnehmung werden nun im Kontext der medizinischen Daten (der Diagnose und verschiedenen Testverfahren) übereinander gelegt. Die Ergebnisse können unglaublich weit auseinander liegen. Denn es gibt krankheitsbedingte und psychologische{„Psychophysical bases of perceived exertion.“(BORG, G.)Medicine and Science in Sports and Exercise 1982 14 (5), S. 377–381} Einflussfaktoren, die unsere Wahrnehmung und Leistungsabgabe merklich beeinflussen.
Die natürliche Verzerrung unserer Wahrnehmung
Die Reize und Reaktionen in Deinem Körper unterliegen bewussten, halbbewussten und unterbewussten Verarbeitungsmustern. Diese können wir nur sehr begrenzt beeinflussen. Die Veränderung der Verarbeitungsmuster benötigt auch noch viel Zeit. Sie kann nur durch Therapie, Übung und Training erreicht werden kann. Einfluss haben natürlich auch Unfälle, Lebensschicksale und Erkrankungen. Wir sind Individuen, und so verarbeiten wir Reize. Ohne Reizsetzungen verändern sich keine Verarbeitungsmuster.
Es erfordert also gezielte Hilfen, wie zum Beispiel die Borg-Skala, um das subjektive Empfinden soweit zu objektivieren, dass es „messbar“ wird.
Individuelle Therapie!
Deine subjektive Wahrnehmung in der Therapie muss analysiert werden, damit wir sie verstehen und die Therapie entsprechend anpassen können. Die Therapeutin hat die Aufgabe dies individuell in der Therapie durchzuführen.
Exakte Steuerung führt zum Ziel!
Nochmal kurz zurück zu einer Herzpatientin: Will man nun eine Patientin maßvoll üben/trainieren, dann erfordert das wirklich eine genaue Steuerung. Aus dem Ergebnis des Leistungstest wird unter Berücksichtigung des subjektiven Leistungsvermögen ein Übungsplan erstellt.
Ein einfaches Beispiel
Die Patientin A empfindet die Leistung als „sehr leicht“ ist aber nach den medizinischen Werten bei 13 („etwas schwer“). Die Therapeutin hilft die Körperwahrnehmung zu sensibilisieren und die Leistungsanforderung in den Fokus zu nehmen. Bei gleichem 13er medizinischen Wert empfindet Patientin B die Anstrengung als „sehr, sehr schwer“. Hier sucht die Therapeutin nach Gründen und hilft der Patientin diese gezielt anzugehen. Beide Beispiele sind natürlich eine grobe Vereinfachung.
In der Übung wird jeder Patientin dann ein eigener Plan erstellt. Es ist ein exakter Widerstand in einer bestimmten Geschwindigkeit für eine bestimmte Zeit zu halten. Hier ein Beispiel: Dauertechnik auf dem Ergometer mit 50 Watt für 10 Minuten Tempo 80 Umdrehungen.
Man muss es quasi auf den Punkt bringen. Will man nun bei der gleichen Frau die Fettverbrennung anregen, sind die Daten anders: 30 Minuten 15 Watt Tempo 60 Umdrehungen. Die Werte variieren im Verlauf der Therapie. Regelmäßige meist wöchentlich Re-Befundungen sind dafür nötig. Unterschiede in der Tagesform werden trotzdem berücksichtigt.
Doch neben den Zielen ist es genauso wichtig die individuellen Parameter mit einzubeziehen. Erst im Prozess der Zeit, also des Übens oder Trainierens steuert man langsam in Richtung der objektiven Parameter. Die Begleitung ist also ein zentraler Bestandteil in der Therapie.
Effektive Übung/Training erfordert exakte Dosierung. Das Einbeziehen der individuellen Empfindungen ist sehr wichtig. Eine Übung, eine Gymnastik oder ein Training sind idealerweise genau so angepasst, das sie Dir entspricht. Landläufig sagen wir dann gern: Trainiere im grünen Bereich. Wir führen den Körper aus der „Komfortzone“ heraus ohne ihn zu überfordern. Diese Steuerung erfordert viel Feingefühl. Therapie, Übung und Training darf und muss den Körper genau da „kitzeln“, wo das Ziel liegt.
Was ist mit den anderen motorischen Bereichen?
Am Beispiel der Ausdauer konnte ich Dir zeigen, wie eine exakte individuelle Übung- und Trainingssteuerung funktioniert. Nun, auch wenn sich die Parameter ändern, das Prinzip bleibt für alle motorischen Beanspruchungen gleich:
Flexibilität („Dehnfähigkeit“ und Gleitfähigkeit der Strukturen)
Koordination
Intramuskulär (in einem Muskel)
Extramuskulär (mehrere Muskeln)
Ganzkörper/Körperteile (Bewegungsmuster)
Gleichgewicht
Kraft
Schnelligkeit
Bevor ich auf die Anwendung im Bereich der Therapie komme möchte ich noch eine andere Frage beantworten:
Trainingssteuerung in der „Fitnessindustrie“ und im Breitensport
Fachleute kennen im Prinzip keine Fitness. Und Breitensport dient der Breite der Bevölkerung. Es ging bei den historischen Entscheidungen (Beispiel Trimm-Dich 130 Bewegung) mehr um eine Massenbewegung. Die Masse sollte sich mehr bewegen. Egal wie und wie effektiv. Und im Fitnessstudio möchte man das Anforderungsprofil auch nicht zu hoch ansetzen, denn damit holt man seinen Kundinnen durchaus aus einer „Komfortzone“.
Fitness
Fitness wird im Allgemeinen das körperliche und oft auch geistige Wohlbefinden verstanden. Es ist das Vermögen aus, im Alltag leistungsfähig zu sein und Belastungen standzuhalten.
Steuerung in der Therapie
In der Therapie ist die Steuerung nochmal deutlich komplexer als beim Üben oder im Training. Auf Basis der ärztlichen Diagnose wird ein detaillierter Befund erstellt. Jede Patientin ist mit ihrem Körper, ihrem Geist und ihrer Seele einzigartig. Die sehr differenzierten therapeutischen Ziele müssen mit individuellen Maßnahmen ausgeführt werden. Dabei ist das aufmerksame Wahrnehmen, sich Zeit nehmen und selber in Ruhe sein unabdingbar.
Es gibt viele Befindungen zu berücksichtigen. Denken wir an den Schlaf, wie erholt wir sind oder ob wir voller Tatendrang sind. All dies muss individuell erfasst werden. Ein besonders Befinden wird noch genauer beleuchtet. Es ist der Schmerz. Der Schmerz ist ein wichtiges Signal des Körpers und/oder der Seele.
Schmerzen
Besonders das Schmerzempfinden ist in der Therapie zu berücksichtigen. Deshalb wird die Schmerzquantität und -qualität genau erfasst. Sie wird zeitlich Verlauf erfasst. Dadurch kann man den Verlauf oder die Therapie kontrollieren.
Schmerzintensität
Wie stark ist der Schmerz? Zur Erfassung kann eine Schmerzskala verwendet werden.
Therapie findet grundsätzlich im schmerzfreien Bereich statt. Es gibt nur sehr wenige begründete Ausnahmen. Beispiele sind die Triggerpunktbehandlung, Bindegewebsmassage und das Training bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit.
Schmerzqualität
Schmerzen sind primär sensorische Wahrnehmungen. Sie sind stechend, brennend, drückend, ziehend, pochend, hämmernd, pulsierend, schneidend,… und werden von den Schmerzrezeptoren vermittelt. Die als Nozizeption bezeichnete Schmerzwahrnehmung gibt Hinweise auf die Ursache für die Krankheit (Ätiologie). Sind die Nerven selber betroffen, dann handelt es sich um neuropathische Schmerzen. Sie sind häufig kribbelnd, brennend oder elektrisierend.
Schmerzkontexte und Affekt
Schmerzintensität und Schmerzqualität werden zudem in einen Kontext mit den Alltagsaktivitäten, der Schlafqualität, den Stimmungen und der Belastung erfasst.
Die Schmerzen führen zu einer Veränderung der Gemütslage (Affekt). Wir empfinden Schmerzen als heftig, quälend, lähmend, vernichtend. Aus diesem Grund wird auch erfasst, wie der Schmerz toleriert wird.
Schmerzakzeptanz
Schmerzen und die Schmerzwahrnehmung werden grundsätzlich nicht manipuliert! Schmerzen sind Zeichen einer krankhaften Veränderung, einer Überbelastung oder einer geweblichen Veränderung.
Im Einzelfall kann eine Schmerzschulung erforderlich sein. Ein leicht ziehender Schmerz bei einem Training der peripheren lokalen Ausdauer bei Zustand einer peripheren Durchblutungsstörung ist zielführend. Eine Schmerzunterdrückung zum Beispiel durch Medikamente ist bei Überlast nicht günstig.
In der Praxis hat sich das Führen eines Schmerztagebuches bewährt. Wichtig ist auch die Berücksichtigung einer Schmerzmedikation.
Schmerzlokalisation
Wo im Körper ist der Schmerz?
Es werden die schmerzhaften Areale und die ausstrahlenden Schmerzen notiert.
Wachstumsschmerzen, Frakturen, Fissuren, Osteoporose, Osteochondrome, Osteosarkome, multiples Myelom bzw. Plasmozytom
Veränderungen bei einer Erkrankung
Weiter oben bin ich von einer regulären und in gewisser Weise vorhersagbaren Triangel ausgegangen. Merkmal einer Erkrankung ist aber die Veränderung der Vorhersagbarkeit. Die „gesunde“ Einheit von subjektiven Empfinden, objektiver Wahrnehmung und medizinischen Daten geraten mit der Erkrankung in ein zunehmendes Ungleichgewicht. Oder andersherum gesagt, das zunehmende Ungleichgewicht ist eins der wesentlichen Symptome einer Erkrankung.
Für eine patientenorientierte Therapie ist das Dreieck aus medizinischen Parametern, der objektiven Wahrnehmung und dem subjektiven Empfinden maßgebend.
Ein Trauma kann Dein Leben komplett verändern. Sicherheiten verlieren sich im Nirgendwo. Ruhe und Gelassenheit gehen in einen unergründbaren Warnzustand über. Du hast keine Kontrolle mehr! Traumatherapie hilft sowohl akut als auch längerfristig wieder in den Normalzustand zu kommen.
Inhaltsverzeichnis
Auslöser
Typische Auslöser für ein Trauma sind das Erleben von körperlicher und seelischer Gewalt, zum Beispiel in Form von gewalttätigen Angriffen. Dafür ist die Traumatherapie entstanden. Im engeren Kreis gehört auch die sexualisierte Gewalt in Form von Vergewaltigung oder sexuellem Missbrauch dazu. Die Einschränkung der persönlichen Freiheit durch Entführung, Geiselnahme oder Gefangenschaft (insb. politisch und im Krieg) bis zu Folter und Konzentrationslager sind wie Katastrophen (natürliche oder durch Menschen verursachte) weitere Ursachen. Aber auch normale Unfälle oder die Diagnose einer lebensbedrohlichen Krankheit können zu einem Auslöser werden.
Die Psychotraumatologie ist die Lehre der Folgen eines Traumas. Trauma stammt aus gem griechischen τραύμα/trawma und bedeutet Verletzung, Wunde. Die Folgen sind eine Kombination von körperlichen, neurologischen und psychischen Veränderungen. Traumatische Ereignisse haben auf das Erleben und Verhalten von Individuen und sozialen Systemen unterschiedlich starken Einfluss. Im Gegensatz zur allgemeinen Annahme ist nicht die Intensität sondern das individuelle Erleben ausschlaggebend.
Nicht jeder entwickelt nach einem Trauma eine Störung. Ungefähr jeder fünfte bleibt traumatisiert. Das nennt man dann fachlich korrekt eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Die Prävalenz ist in der Epidemiologie und medizinischen Statistik eine Kennzahl für die Krankheitshäufigkeit. Sie ist ursachenspezifisch etwa wie folgt{„S3 – LEITLINIE Posttraumatische Belastungsstörung ICD-10: F43.1″GUIDO FLATTEN, URSULA GAST, ARNE HOFMANN, CHRISTINE KNAEVELSRUD, ASTRID LAMPE, PETER LIEBERMANN, ANDREAS MAERCKER, LUISE REDDEMANN, WOLFGANG WÖLLER)202TRAUMA&GEWALT 5.Jahrgang Heft3/2011}:
50 % Kriegs-, Vertreibungs- und Folteropfer/Vergewaltigung
Die Intensität eines Ereignisses ist nicht ausschliesslich maßgebend. Gemäß dem diagnostischen und statistischen Handbuch psychischer Störungen (DSM-IV) liegt ein Trauma erst dann vor, wenn eine Person mit tatsächlichem oder drohendem Tod konfrontiert wurde, ernsthaft verletzt wurde, oder die eigene oder fremde körperliche Unversehrtheit bedroht wurde, und sie in Folge intensive Furcht, Hilflosigkeit und Entsetzen verspürt.
Einteilung nach International Classification of Desease (ICD-11)
6B4Z Störungen, die spezifisch Stress-assoziiert sind, nicht näher bezeichnet
6B4Z Störungen, die spezifisch Stress-assoziiert sind, nicht näher bezeichnet 6B43 Anpassungsstörung
QE51.0 Belastung in Beziehung mit Ehepartner oder Partner
QF21 Schwierigkeiten oder Bedarf an Unterstützung bei allgemeinen Lebensaufgaben oder Lebensführung
6D10.Z Persönlichkeitsstörung, Schwere nicht näher bezeichnet
Die Intensität erhöht nur die Wahrscheinlichkeit eines Traumaerlebnisses{„Results of hierachical regression analysis with trauma index and temperamental traitsas a predictor of PTSD“(Andrzej Eliasz, Andrzej Eliasz, Sarah E. Hampson, Boele de Raad)Advances in Personality Psychology S. 28 2005}. Kollegen vom Upledger Institut haben das bei Ihrem Einsatz in Bosnien bestätigt. Der aktuelle Ansatz stellt deshalb auch die Verarbeitungsmöglichkeit mehr in den Vordergrund. So können auch scheinbar belanglose Ereignisse zu einem Trauma führen.
Viele Patienten mit einem Trauma werden nicht erkannt. Es besteht immer noch die falsche Annahme, ein Trauma muss objektiv als Solches eingestuft werden können.
Bei den Traumata werden einmalige (zum Beispiel Unfall) als Typ I bezeichnet und wiederholende (zum Beispiel Misshandlungen) als Typ II.
Wirkungen
Akute Symptome sind Erinnerungslücken, Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten. Die Symptome sind individuell unterschiedlich. Eines eint sie: Das körperliche Erleben wird abgespalten. So entstehen somatoforme Störungen. Es kann ein Gefühl der Taubheit, körperliche Beschwerden bis zur Nichtexistenz eintreten. Dies betrifft Körperteile, Körperregionen oder den gesamten Körper. Viele haben dabei das Gefühl, nicht sie selbst zu sein (Depersonalisation). Oder sie sind der Welt entrückt/fern (Derealisation).
Traumatiefe
Denk-, Handlungs- und Verhaltensabläufe
Gefühl
Panik
zerfallen in weitgehend unkontrollierte Einzelerscheinungen
nicht angebunden, nicht orientiert und kann einfach nicht
Gefahr
nur mäßige Präsenz
defensiv, nur mäßig angebunden, man kann ohne Lust
Sicherheit
volle Präsenz
aktiv, angebunden und man kann mit Freude
Dies ist eine Vereinfachung der komplexen Mechanismen bei einem Trauma
Langfristig bekommen Viele Depressionen, eine Angststörung oder Suchterkrankung. Dies kann zu starken Dissoziationen (dissoziative Störungen) führen. Dissoziationen sind das Auseinanderfallen von psychischen Funktionen, die normalerweise zusammenhängen. Es können Schmerzsyndrome auftreten. Und letztendlich kann sich auch die gesamte Persönlichkeit verändern.
Dissoziative Störungen
6B61.0 Dissoziative Amnesie mit dissoziativer Fugue
6B61.Z Dissoziative Amnesie, nicht näher bezeichnet
6B62 Trance-StörungDissoziative Trance
6B64 Dissoziative Identitätsstörung
6B65 Partielle dissoziative Identitätsstörung
6E65 Sekundäres dissoziatives Syndrom
9C83.67 Dissoziative vertikale Divergenz
6B61.1 Dissoziative Amnesie ohne dissoziative Fugue
6B60.Z Dissoziative Störung mit neurologischen Symptomen
6D11.1 Distanziertheit bei Persönlichkeitsstörung oder -problematik
6D11.2 Dissozialität bei Persönlichkeitsstörung oder -problematik
6D11.3 Enthemmung bei Persönlichkeitsstörung oder -problematik
6D11.4 Anankasmus bei Persönlichkeitsstörung oder -problematik
6D11.0 Negative Affektivität bei Persönlichkeitsstörung oder -problematik
In Folge kann es auch zu Essstörungen oder Substanzabhängigkeit kommen. Gemütserregung oder Gefühlswallung können sich stark verändern. Diese Störungen der Affekte können weitreichende Folgen haben.
Weitere Störungen
C20.Z Körperstressstörung, nicht näher bezeichnet
EC90.4 Psychogener Pruritus
6B8YSonstige näher bezeichnete Fütter- oder Essstörungen
6B8ZFütter- oder Essstörungen, nicht näher bezeichnet
6C4G.6 Psychotische Störung durch unbekannte oder nicht näher bezeichnete psychoaktive Substanzen
6C4Z Störungen durch Substanzgebrauch, nicht näher bezeichnet
8A63.Y Krampfanfall durch sonstige näher bezeichnete akute Ursache
MB24.6Z Affektstörung, nicht näher bezeichnet
VV04 Emotionale Funktionen
6C90.0Z Störung des Sozialverhaltens mit oppositionellem, aufsässigem Verhalten und chronischer Reizbarkeit oder Wut, nicht näher bezeichnet Disruptive Affektregulationsstörung
6D10.Z Persönlichkeitsstörung, Schwere nicht näher bezeichnet Wechselhafter Affekt
MB24.60 Eingeschränkter Affekt
MB24.61 Stumpfer Affekt
MB24.62 Flacher Affekt
MB24.63 Labiler Affekt
MB24.64 Unangemessener Affekt
MB24.8 Gesteigerter Affekt
MB28.A Negative Affektivität
MD11.3 Atem anhaltenRespiratorische Affektkrämpfe
6E62 Sekundäres affektives Syndrom
Einige Traumapatienten entwickeln Suizidgedanken. Zwei Grundtendenzen sind in jedem Fall zu sehen: Die Verbindungsabnahme und der Aktivierung der Erregung
Soziale Verbundenheit nimmt ab Anstieg an Spannung
Zu den seelischen Problemen erhöht sich das Risiko für körperliche Erkrankungen. Wird eine posttraumatische Belastung chronisch, kommt es zu einer Stressaktivierung (Trauma assoziiert). Insbesondere ist dies für Herz-Kreislauferkrankungen und immunologische Erkrankungen belegt.
Chronisch
Chronos (griechisch Χρόνος Zeit) ist in der griechischen Mythologie die Personifizierung der Zeit. Chronische Krankheiten haben keinen klar bestimmbaren Ausgangspunkt, sondern entwickeln sich langsam und schleichend.
Die Physiologie der Veränderung
Die grundlegende Veränderung ist sehr tief in unserem Nervensystem platziert. Dort geht es um Zentren und Steuerungen, die weit ab der bewussten Kontrolle liegen. Die Bewegung (Motorik) können wir veranlassen, doch nur bedingt steuern. Der Einfluss auf die Bewegungsprogramme wie Gehen, Stehen und andere Alltags- und Gebrauchsbewegungen geht nur über Übung und Training. Im sensiblen Bereich haben wir nur noch einen sehr geringen Einfluss. Im vegetativen Nervensystems haben die meisten Menschen überhaupt keinen Einfluss mehr. Diese tief liegenden Automatiken sind gut geschützt vor unserem Einfluss. Und das ist im Prinzip auch gut so. Doch was tun, wenn es dort durch ein Trauma zu einer Störung kommt?
Therapie
Um diesen fehlenden Zugang in das somatische Erleben wiederzufinden, brauchen wir Hilfe. So, wie man bei einem Beinbruch eine Krücke braucht. Es ist eigentlich ganz einfach. In der modernen Medizin gibt es dafür folgende Empfehlung für eine Trauma adaptierte Therapie:
Akut
Bei Vorliegen einer Psychose (Halluzinationen, Wahn, Realitätsverlust oder Ich-Störungen) oder der Selbstgefährdung (akute Suicidalität) wird die stationäre Aufnahme in einer Psychiatrie empfohlen. Besteht eine solche Gefahr nicht, ist die ambulante Therapie oder eine Tagesklinik geeigneter.
Stabilisation & Information
Stabilisation
Basis der Therapie ist eine tragfähige therapeutische Beziehung zu einer (Traumatherapie-)erfahrenen Therapeutin oder Therapeuten. Wichtig ist als Erstes eine sichere Umgebung. Dabei sollte eine Selbst- und Fremdgefährdung vermieden werden. Mögliche Ressourcen beim Betroffenen (intrapersonell) als auch im sozialen Umfeld (interpersonell) werden aktiviert. Es werden Techniken zur Kontrolle negativer Gedanken und Emotionen vermittelt (intrusive Phänomene) und ggf. Distanzierungstechniken vermittelt.
Information
Die Vermittlung von grundlegenden (basalen) Informationen über traumatypische Symptome und Verläufe erfolgt durch geeignete Lehr-Lernverfahren (Psychoedukation). Dazu gehört auch die Aufklärung über die von Affektregulation sowie das Selbst- und Beziehungsmanagement (soziale Kompetenzen).
Es gibt eine Reihe von Therapieverfahren, die in der Traumabearbeitung klassisch eingesetzt werden. In der Basis geht es um die Auseinandersetzung und Konfrontation mit dem Traumaereignis. Einige Therapie legen den Fokus auf die Schonung, andere mehr auf die Konfrontation. Es gibt Ansätze das Gehirn bewusst zu manipulieren oder das Erlebnis neu zu überschreiben/ergänzen. Ein weiterer Fokus ist die Reduzierung der Auswirkung im Alltag.
Alle klassische Therapien in der Übersicht
Kognitive Verhaltenstherapie: Dosierte Konfrontation mit dem Trauma und bewusste Änderungen von Denk- und Verhaltensmustern.
Kognitive Therapie (nach Ehlers und Clark): Ungünstige Gedanken und Verhaltensweisen werden gemeinsam identifiziert und besprochen, damit sie durch günstigere Gedanken und Verhaltensweisen ersetzt werden können.
Langdauernde Konfrontation in sensu (nach Foa und Rothbaum): Wiederholte Erinnerung und Auseinandersetzung mit dem Trauma fördert eine Verarbeitung der Geschehnisse.
Langdauernde Konfrontation in vivo: Das Trauma wird nachgestellt oder der Patient begibt sich in objektiv gefährliche Situationen.
EMDR (nach Shapiro): Das „Eye Movement Desensitization and Reprocessing“ soll beide Gehirnhälften intensiv stimulieren. Dadurch werden blockierte oder nicht integrierte Erinnerungen an das Trauma „gelöst“ und verarbeitet.
Somatic Experiencing nach Peter Levine: Anhaltende (körperliche) Reaktionen auf das Trauma werden aufgegriffen und zu einer Lösung geführt.
Schonende Traumatherapie nach Martin Sack: Die Belastung der Patienten wird durch spezielle Techniken während der Konfrontation mit den traumatischen Erinnerungen möglichst gering gehalten.
Psychodynamische Psychotherapie: Es werden die unbewussten Wirkungen des Traumas auf den Patienten herausgefunden und behandelt.
Psychodynamische imaginative Traumatherapie (nach Reddemann): Es werden Vorstellungsbilder entwickelt, welche die traumatischen Symptome besser kontrollierbar machen und dadurch mehr psychische Stabilität geben.
Imagery Rescripting nach Smucker: Durch beruhigende Vorstellungsbilder wird die Bewältigung der traumatischen Erfahrungen erleichtert. Die Traumbilder werden „neu geschrieben“.
Narrative Konfrontation (narrative Expositionstherapie): Die getrennten Elemente des Traumas werden zu einer Geschichte zusammengefügt und in die eigene Lebensgeschichte integriert.
Life Review-Technik bei älteren Patienten (nach Maercker und Zöllner): Die Bilanz aus den positiven und negativen Erinnerungen wird in Gegenüberstellung gebracht.
Gestalttherapie: Die Wechselwirkung von Körper, Geist und Seele sowie der Kontakt in das soziale Umfeld werden in Zusammenhang gebracht.
Ergänzungen
Die Therapie wird häufig durch die Gabe von Medikamenten unterstützt. Die Regel weniger ist besser gilt heute als überholt. Die pharmakologische Wirkung wird individuell skaliert.
Begleitend kann eine therapeutische Unterstützung zur Bewältigung des Alltags hilfreich sein, wie zum Beispiel eine Begleitung in schwierigen Situationen. Es kann auch eine Eingliederungshilfe nötig sein. Ebenso werden der Partner, Familienangehörige, Kollegen und Freunde durch Therapie unterstützt. Die Therapie sollte den kulturellen Hintergrund mit einbeziehen.
Alle Ergänzungen im Überblick
Familien- und Paartherapie: Wenn Partner und die nahen Angehörigen durch die Symptomatik stark belastet werden.
Kultursensitive Therapie: Angepasst an den sozialen und kulturellen Hintergrund des Patienten.
Der therapeutische Prozess zur Unterstützung von Trauer, Neubewertung und sozialer Neuorientierung wird durch geeignete Maßnahmen begleitet. Ich arbeite mit folgenden Techniken:
Psychopharmakotherapie sowie eine klassische Verhaltenstherapie sind als alleinige Therapieverfahren nicht geeignet. Es sind immer auch Ergotherapie, Kunsttherapie, Musiktherapie, Körper- und Bewegungstherapie, Physiotherapie in enem Behandlungszimmer zu berücksichtigen.
Die Konfrontation mit der Erinnerung (Trauma) zur Verarbeitung und Neubewertung des Geschehenen muss im Kontext zur Stabilität des Betroffenen gesehen werden!
Es besteht eine Kontraindikation zur Behandlung, wenn bestimmte Emotionen nicht erlebt werden können (mangelnde Affekttoleranz), das Ich-Gefühl gestört ist (schwere Dissoziationsneigung wie akute Psychosen), gegen sich selbst gerichtete Aggressionen vorliegen (unkontrolliert autoaggressives Verhalten) oder mangelnde Distanzierungsfähigkeit zum traumatischen Ereignis besteht. Das Gleiche gilt, wenn eine hohe psychosoziale und körperliche Belastung vorliegt. Ebenso ist bei akutem Substanzkonsum (Medikamente, Alkohol, Drogen) keine Therapie sinnvoll.
Alternativmedizin und Komplementärmedizin sind Ergänzungen zu den Diagnosetechniken und Behandlungsmethoden der Schulmedizin. Sie sind Erweiterungen zu der Medizin, wie sie im Medizinstudium oder an Fachschulen unterrichtet wird. Sie stehen prinzipiell nicht im Gegensatz, wie manche Schulmediziner behaupten. Daher auch der französische Begriff Komplementär (complémentaire) = ergänzend. Es sind verschiedene Verfahren wie Naturheilkunde, Körpertherapieverfahren, Entspannungsverfahren aber auch Yoga und die traditionelle chinesische Medizinen (TCM). Die Osteopathie als auch die Craniosacrale Therapie finden wir sowohl in der Schulmedizin als auch bei den alternativen Verfahren.
Wenn eine Therapie von anderen durch gesellschaftlich oder gruppenspezifisch negativ bewertete Merkmale charakterisiert wird, wird sie dadurch diskriminiert.
Komplementärmedizin und integrative Gesundheitsansätze sind eine Gruppe verschiedener medizinischer und gesundheitlicher Systeme, Praktiken und Produkte, die derzeit nicht als Teil der konventionellen Medizin angesehen werden. Im Englischen hat sich der Begriff Complementary Integrated Health, kurz CIH, etabliert.
Die Patientin im Mittelpunkt
Im neueren Verständnis steht die Patientin mit ihren Bedürfnissen im Mittelpunkt. Das nennt man Patienten zentrierte Versorgungsmodelle. Dies ist ein weiterer Punkt für ergänzende Therapieverfahren. Denn es verändert sich allmählich die Art und Weise, wie Therapiepläne für Patientinnen entwickelt werden. Anfänglich standen dabei nur Therapien im Fokus, die im Studium unterrichtet wurden. Dies sollte zu einer „Patienten zentrierten Wissenschaftlichkeit“ führen.
Mittlerweile hat sich der Blick jedoch deutlich geweitet. Es werden nicht nur rein evidenzbasierte Techniken unterstützt. Es geht heute mehr um die Frage, wie der individuelle Mensch mit seinem Trauma unterstützt werden kann.
Evidenzbasierte Medizin
„Auf empirische Belege gestützte Heilkunde“ (englisch: evidence-based medicine) soll die Wirksamkeit der medizinischen Therapie durch wissenschaftliche Belege sichern. Dabei werden verschiedene Wirksamkeitsgrade (Evidenzgrade) unterschieden.
Es sind moderne Therapieansätze aus den USA, die auf uralten Verfahren basieren. Sie wirken auf Körper, Seele und Geist durch Achtsamkeit. Die Körperwahrnehmung, Ruhe und Bewegung in Alltagssituationen wird bewusst wahrgenommen und durch entsprechende Verfahren ergänzt. Hier steht vor allem der Aspekt der Selbstfürsorge im Mittelpunkt. Dabei werden die eigenen Ressourcen behutsam und achtsam eingesetzt.
Über den Umweg der klinischen Psychologie gab es jedoch einen Zustrom von Geist-Körper-Ansätzen. Bekannt sind diese aus der traditionellen chinesischen Medizin, der buddhistischen Psychologie und der Energiemedizin (u.a.):
Meditations- und Entspannungstechniken
Achtsamkeits-, Akzeptanz- und Bindungstherapie
Augenbasierte Desensibilisierung und Wiederaufbereitung von Bewegungen
Ist eine Zusammenfassung von Primärstudien. Die Daten werden strukturiert, und Informationen aller Daten werden in den Metadaten gebündelt. Daraus entsteht eine Gesamtaussage aller Studien. Sie enthält quantitative und statistische Aussagen. So werden vorliegende Forschungsarbeiten zusammengefasst und präsentiert.
In dieser wurden dreiunddreißig Studien mit insgesamt 1329 Teilnehmern überprüft. Der wissenschaftliche Nachweis des Nutzens für eine posttraumatische Belastungsstörung war
Und auch nicht so bekannte Verfahren, wie die Musiktherapie zeigen positive Ergebnisse{„Trauma-Informed Care in Music Therapy: Principles, Guidelines, and a Clinical Case Illustration“( Annie Heiderscheit, Kathleen M Murphy)Music Therapy Perspectives 21 July 2021}, wenn die Therapeutin angemessen geschult ist. Das Verfahren der narrativen Expositionstherapie stammt aus Schwer- und Mehrfachtraumatisierung insb. organisierter Gewalt (Krieg){„Investigating the Efficacy and Experiences With Narrative Exposure Therapy in Severe Mentally Ill Patients With Comorbid Post-traumatic Stress Disorder“(Maria Mauritz, Peter Goossens, Ruud Jongedijk, Hester Vermeulen and Betsie van Gaal)Psychological Therapies, a section of the journal Frontiers in Psychiatry 28 April 2022}.
Du bekommst immer eine individuelle Unterstützung durch mich. Am Anfang beginnen wir immer mit einer ruhigen und ausführlichen Befundaufnahme. Im Prozess praktiziere immer mit besonderem Aspekt auf Deiner Sicherheit. Dazu gehört die Anwendung der non violent Communication nach M. Rosenberg, also die Anwendung der gewaltfreien Kommunikation.
Advanced craniosacrale Therapie
Die Craniosacral Therapie ist ein sanfter, praktischer Ansatz zur Bewertung und Verbesserung des Craniosacral-Systems. Das besteht aus den Membranen und der Zerebrospinalflüssigkeit. Es umgibt und schützt das Gehirn und das Rückenmark.
Craniosacrale Therapie
CST kommuniziert mit Zellen, Gewebe, Organe und den gesamten Organismus. Veränderungen, wie zum Beispiel Spannungserhöhungen, können beeinflusst werden. In der Folge werden Schmerzen gelindert und Störungen der Funktion behoben. Es werden die natürlichen und angeborenen Heilungsprozesse des Körpers angeregt. Die Gesundheit und Leistungsfähigkeit des ganzen Körpers wird gesteigert. Die Lebensqualität und Gesundheit werden gesteigert.
Somatoemotionale Tiefenentspannung
Der Somatoemotional Deep Release ist die Kommunikation mit den Zellen, Geweben, Organen und den gesamten Organismus mit der Frage nach Emotionen, Erinnerungen und Seelenerfahrungen, welche die natürliche Entfaltung des Individuums behindern.
Somatoemotional deep release
Viele körperliche Symptome können nicht vollständig gelöst und geheilt wurden, bis auch eine Emotionen, Erinnerungen und Seelenerfahrungen gelöst sind. Geeignet ist die Technik bei chronischen Erkrankungen und subklinischen Mustern. Das können schwache Immunität, Energiemangel, mangelndes Selbstvertrauen, Depressionen oder Angstzustände sein.
Es besteht eine Verbindung zwischen physischem Gewebe und emotionalen und mentalen Aspekten. Diese können durch entsprechende Techniken der Kommunikation und Körperarbeit erreicht werden. Diese vereinen physikalische Therapie oder Psychotherapie. So können alle Aspekte der menschlichen Natur (physisch, mental, emotional und spirituell) erreicht werden. Kernmerkmal ist die Absichtslosigkeit, Hier- und Jetztsein, Sanftheit und Kreativität. Es fördert Heilungsprozesse bei Krankheit, hilft Probleme zu lösen und unterstützt das persönlichen Wachstum. Ziel ist das Erreichen eines erfüllten Lebens mit gesunder Körperaktivität, Körperhaltung und Bewegung. SomatoEmotional Release® und die Werkzeuge von CST kombinieren alle – in einem Ansatz, der enorme Veränderungen und Wachstum im Leben einer Person ermöglichen kann.
Ergänzende Techniken
Zur Schmerzlinderung setzte ich häufig die Tiggerpunktbehandlung ein. Zum Energieausgleich nutze ich die Akupressur (Punkte aus der traditionellen chinesischen Medizin).
Durch meine langjährigen Erfahrung nutze ich auch alle Formen der Bewegung für Deinen Heilungsprozess. Hier suchen wir nach einer für Dich geeigneten Form. Häufig setzte ich dabei Yoga oder Tai Chi/Qi Gong Übungen ein. Es gibt aber aus der klassischen Übungstherapie und Trainingstherapie viele nutzvolle Unterstützungen. die den Heilungsprozess deutlich beschleunigen können.
Je nach Notwendigkeit unterrichte ich Entspannungsverfahren (Autogenes Training, progressive Muskelentspannung,…) oder Tiefenentspannungsverfahren(Tra Tak), Atemübungen, Meditation und Achtsamkeitsübungen.
Manchmal nutze ich auch Elemente aus der Theatertherapie oder Musiktherapie.
Psychoeducation
Psychoedukation (PE) ist die Intervention mit systematischer, strukturierter und didaktischer Wissensvermittlung für eine Krankheit und ihre Behandlung. Es werden die emotionale und motivationale Aspekte integriert, um Patienten zu befähigen, mit der Krankheit umzugehen und ihre Therapieadhärenz und -wirksamkeit zu verbessern.
Narrative Expositionstherapie (NET)
Durch intensives Wiedererfahren wird die Erfahrung aktualisiert. Gedanken, Gefühle, Bedeutungen, Empfindungen, Körperhaltung werden verbunden. Es werden alle Elemente der negativen Erlebnisse in der Distanz aktiviert, bis das Erlebte sich einordnen, begreifen und benennen läßt.
Die schematische Anwendung einer oder mehrerer Elemente ist nicht geeignet, da sie nicht auf das Individuum angepasst ist.
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